Hände gefüllt mit Erde
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Martin Jendrischik

Nachhaltig leben: Tipps zwischen Energie, Wärme und Wasser

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Angesichts der immer spürbareren Klimakrise ist es der Wunsch von immer mehr Menschen, den Alltag nachhaltiger zu gestalten und entsprechend zu leben. Dabei ist nachhaltig leben so facettenreich, dass es gar nicht so einfach ist, die ersten Schritte zu machen. Letztlich gibt es aber in jedem Bereich unseres Alltags die Möglichkeit, nachhaltiger und bewusster zu handeln. Wer den Anfang beispielsweise in den eigenen vier Wänden schafft, und echte Verhaltensänderungen will, wird schnell weitere Ideen generieren.  

Fünf schnelle Tipps, um nachhaltig zu leben 

Wer die folgenden fünf Basis-Tipps beherzigt, kann seinen CO-Fußabdruck bereits nachhaltig reduzieren und macht sein Leben klimafreundlicher: 
 

1. Trinkt mehr Leitungswasser

Die Trinkwasser-Qualität in Deutschland ist so gut, dass es ohne Bedenken getrunken werden kann. Wer das macht mit oder ohne Zusatz von Kohlensäure, Zitrone oder Ingwer reduziert Plastikmüll und vermeidet Transporte.  

 

2. Esst weniger (tierisches) Fleisch

Die Herstellung von Fleisch ist aus Klima- und Nachhaltigkeitssicht in gewaltiges Problem. Allein wir Deutschland essen pro Kopf 60 Kilo Fleisch pro Jahr die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hält die Hälfte für gesund. Unsere landwirtschaftlichen Flächen werden zu mehr als der Hälfte für den Anbau von Tierfutter verwendet. In Brasilien oder anderen Regionen wird der Regenwald regelrecht vernichtet teilweise sogar durch Brandrodung. So wird Platz geschaffen für Viehhaltung und Soja-Anbau. Die Gründe, weniger Fleisch, dafür aber hochwertiges Fleisch etwa vom Metzger, zu essen, sind also vielfältig. 

 

3. Kauft Lebensmittel bewusster ein

Wer häufiger selbst kocht, schärft sein Bewusstsein für den Einkauf von Lebensmitteln, die wirklich gebraucht werden. Es lohnt sich, sich einen Einkaufsplan zu erstellen, damit am Ende der Woche möglichst keine Lebensmittel weggeschmissen werden müssen. Bemerkenswert ist auch die neue digitale Möglichkeit, Lebensmittel zu retten – beispielsweise durch den Kauf übrig gebliebener Artikel beim Bäcker in der Nachbarschaft. Die App To Good to Go verbindet Retter und Anbieter. 

 

4. Die persönliche Energiewende umsetzen

Die Tipps zur Umsetzung der persönlichen Energiewende beziehen sich im Kern auf das, was in den eigenen vier Wänden getan werden kann. Und das beginnt schon beim bewussten Umgang mit Energie. In unserem Beitrag zum Thema Strom sparen haben wir Ihnen praktische Tipps und Empfehlungen zusammengetragen. Darüber hinaus gibt es noch mehr Möglichkeiten: Vom Wechsel zum Ökostromanbieter (dazu gleich mehr) über die Anschaffung von Balkonkraftwerk oder Photovoltaikanlage bis zum Austausch von Öl- und Gasheizungen. 

 

5. Machen Sie sich nachhaltig mobil

Thema Elektromobilität: Elektroautos sind bereits beim heutigen Strommix in Deutschland umweltfreundlicher als Verbrenner. Wer über eine PV-Anlage, Speicher und Wallbox sogar die eigene Energie vom Dach ins Auto laden kann, fährt besonders klimaschonend. Aber: Die Verkehrswende verlangt, dass es mehr als einen Antriebswechsel gibt. Um nachhaltig mobil zu leben, gehört auch ein Verzicht auf unnötige Flüge, die Nutzung der Bahn für Langstrecken oder das Pendeln mit dem Fahrrad zum Arbeitsplatz sinnvoll. 

Eine junge Frau schaut sich nach ihrem neuen E-Auto um, während es mit Strom beladen wird.

Ökostrom als erster Schritt Richtung Nachhaltigkeit

 Nachhaltig leben bedeutet auch, ressourcenschonend zu leben: Abfälle vermeiden oder im Alltag sparsam mit Strom oder Gas umgehen. Ein erster Schritt in den eigenen vier Wänden kann es also sein, zu einem „echten“ Ökostrom- bzw. Ökogasanbieter zu wechseln. Damit ist ein Versorger gemeint, der mit jedem zusätzlichen Kunden auch in eigene Produktionsanlagen für erneuerbare Energien investiert – und dadurch ganzjährig Ökostrom liefert. 

Um im Haushalt effizient mit Energie umzugehen, gibt es viele denkbare Maßnahmen: Allein das konsequente Abschalten von Standby-Verbrauchern könnte zu Einsparungen von 18 Millionen Tonnen CO führen und damit privaten Haushalte um neun Milliarden Euro pro Jahr entlasten. Aber Energiesparen erfordert Disziplin und Transparenz, die oft in den Haushalten noch fehlt. 

Die persönliche Energiewende mit selbst erzeugtem Ökostrom

Für die heimische Energieversorgung geht es im zweiten Schritt nach dem Wechsel des Stromanbieters um die Nutzung von Photovoltaik – Mieter können heute in der Regel zwei Solarmodule als sogenannte Balkonkraftwerke nutzen. Die damit gewonnene Energie reicht aus, um Standby-Verbraucher wie etwa Router, andere Standby-Geräte oder Kühlschränke tagsüber mit Strom zu versorgen. So gewinnt nachhaltig leben in den eigenen vier Wänden an Bedeutung. 

Im Eigentum sind die weiteren Schritte vorgezeichnet: Eine “echte” Photovoltaikanlage auf dem Dach reduziert die Stromrechnung bei richtiger Auslegung vom 30 bis 35 Prozent. Ein zusätzlicher Heimspeicher hilft, die Energiekosten um 70 bis 80 Prozent zu reduzieren. 

Letztlich sind der Fantasie für die heimische Energiewende kaum Grenzen gesetzt: Moderne Solardachziegel oder Photovoltaik an der Fassade sorgen für ästhetisches Wohlbefinden. Und: Sogar ein Solarzaun zur Abgrenzung des Grundstücks ergibt Sinn, wenn drumherum nicht alles zugebaut ist. Gerade auf dem Land können die Zaun-Solarmodule, die auf beiden Seiten Energie ernten, gute Erträge bringen.  

Solardachziegel

Nachhaltig leben durch bewussten Umgang mit Wärme

Neben der elektrischen Energie gilt es aber auch, die Wärme- und Warmwasserversorgung im Haushalt im Blick zu behalten. Steigende Kosten für Erdgas, Fernwärme oder Pellets machen es notwendig, gerade im Winter auch das eigene Verhalten anzupassen.  

So muss beispielsweise nicht jeder Raum (voll) geheizt werden – Temperaturempfinden ist aber sehr individuell, so dass hier kaum allgemeine Ratschläge gegeben werden können. In jedem Fall macht sich jedes Grad Absenkungen auf der Rechnung bemerkbar. Genauso sinnvoll ist es, die Türen zwischen einem voll beheizten Raum wie dem Wohnzimmer oder dem Badezimmer und dem angrenzenden Flur geschlossen zu halten. 

Bei Wohnungen mit Heizkörpern, lohnt es sich, auch tagsüber das Thermostat herunterzustellen, wenn niemand in dem Raum ist – selbst für das Durchlüften ist das ratsam. Generell gilt im Winter: Fenster lieber kurz öffnen als über einen längeren Zeitraum “auf Kipp” belassen.  

Gerade im Altbau kann es wiederum hilfreich sein, die Fenster und Türen auf Dichtung zu prüfen und abzudichten. Und: Jalousien oder Rollläden über Nacht herunterlassen – oder zum Schutz vor zu viel Sonneneinstrahlung. 

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