Ein Haus im Winter bei Schneefall und Kälte mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach zum Heizen.
Johannes Ruf

Johannes Ruf

Heizen mit Photovoltaik: Zukunftsweisende Möglichkeit

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Lange Zeit gab es kaum einen Grund, sich Gedanken um die eigene Heizung zu machen. Aber massiv steigende Energiepreise und knapper werdende Rohstoffe haben konventionelle Gas- und Ölheizungen nicht nur teurer gemacht – sie passen auch immer weniger in ein zukunftsfähiges Energiekonzept.

Innovative Heizmethoden wie Wärmepumpen sind gefragt wie nie: Insbesondere für Hausbesitzer*innen, die bereits eine Solaranlage haben, ist eine elektrische Wärmepumpe ideal, um nachhaltig zu heizen und möglichst viel Solarstrom selbst zu verbrauchen.

Aber welche Voraussetzungen müssen für das Heizen mit Photovoltaik erfüllt sein? Wir erklären in diesem Beitrag die Vorteile von solarbetriebenen Wärmepumpen.

Wie funktioniert das Heizen mit Photovoltaik?

Viele Haushalte nutzen heute wassergeführte Heizsysteme – also die typischen, an einen Wasserkreislauf angeschlossenen Heizkörper, die sich über einen Thermostat regeln lassen. Konventionelle Gas- oder Ölheizungen erhitzen das Wasser im Kreislauf mithilfe einer Flamme.

Wenn Sie Ihr Haus mit Photovoltaik heizen möchten, benötigen Sie eine elektrische Wärmepumpe, die mit der Solaranlage verbunden wird. Die Wärmepumpe wandelt Umgebungswärme in Heizenergie um, die über Niedrigtemperaturheizkörper oder Fußbodenheizungen an das Haus abgegeben wird. So beheizen Sie Ihr Haus das ganze Jahr über günstig und nachhaltig mit Solarstrom.
 

Die Grafik zeigt ein Haus mit Solaranlage und Heizungssystem.

5 Gründe für das Heizen mit Solarstrom

Eine Photovoltaik-Heizung kann sowohl in Neubauten als auch in Altbauten nachgerüstet werden. Für das Heizen mit Solarstrom gibt es viele gute Gründe

1. Grund: Eine Wärmepumpe hilft, mehr Solarstrom selbst zu verbrauchen

Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach hat, kann den erzeugten Solarstrom entweder selbst nutzen oder ins öffentliche Netz einspeisen. Früher hat sich das Einspeisen durchaus gelohnt. Aber seit die Einspeisevergütung schrittweise immer weiter gesenkt wurde, profitieren Anlagenbesitzer*innen oftmals nur noch dann von einer PV-Anlage, wenn sie möglichst viel vom ihrem selbst erzeugten Solarstrom selbst verbrauchen. Mit der Kombination aus Solaranlage, Stromspeicher und Wärmepumpe lässt sich der Eigenverbrauchsanteil effektiv steigern.
 

2. Grund: Heizen mit Solarstrom ist nachhaltig und emissionsarm

Konventionelle Heizsysteme brauchen fossile Brennstoffe wie Gas oder Öl, während eine solarbetriebene Wärmepumpe das Haus nur mit der Energie der Sonne und mit der Umweltwärme beheizt. Dieses Konzept ist also  sehr umweltfreundlich. Zudem stoßen Wärmepumpenheizungen im Gegensatz zu Gas- oder Ölthermen kein CO2 aus. 

 

3. Grund: Solarbetriebene Heizsysteme heizen günstiger als konventionelle

Die Sonne scheint kostenlos und auch die Umgebungswärme aus der Luft oder aus dem Erdboden steht unbegrenzt zur Verfügung - vorausgesetzt, das Erdreich friert nicht ein. Daher ist das Heizen mit Solarstrom deutlich günstiger als das Heizen mit Gas, Öl, Holz oder Kohle.

Wichtig zu bedenken: Eine Wärmepumpe bedeutet im ersten Schritt zwar eine größere Investition, allerdings amortisiert sich das System meist nach 10 bis 15 Jahre. Danach können Sie beim Heizen wirklich Geld sparen.
 

Auf einer Heizung liegen Euro-Scheine, während eine Hand das Thermostat dreht.

4. Grund: Elektrische Heizsysteme werden immer effizienter

Vor allem in kleineren Neubauten und energetisch sanierten Gebäuden heizen elektrische Wärmepumpenheizungen sehr effizient und sparsam. Betrachtet man die gleichzeitig sinkenden Anschaffungspreise für Solaranlagen und Stromspeicher, rechnet sich eine Wärmepumpenheizung immer früher.

 

5. Grund: Heizen mit Photovoltaik ist zukunftssicher

Fossile Brennstoffe werden knapper, die Versorgung zunehmend unsicherer. Und auch das Klimaschutzgesetz und ein mögliches Verbot von Gasheizungen sorgen dafür, dass alternative Heizsysteme immer mehr in den Fokus rücken. Eine Wärmepumpenheizung in Kombination mit einer PV-Anlage macht Ihre Energieversorgung zukunftssicher und kann Sie deutlich unabhängiger machen.
 

Heizen mit Photovoltaik – welche Komponenten brauche ich?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, mit Solarstrom zu heizen – je nachdem, ob Sie Ihre Photovoltaikanlage als ausschließliches Heizsystem nutzen möchten oder eher als ergänzende Option: 

  • Elektrische Heizkörper und Heizlüfter benötigen meist einen Netzanschluss und heizen nur punktuell. Verglichen mit der Heizleistung verbrauchen sie sehr viel Strom.
     
  • Elektroheizungen bzw. Nachspeicherheizungen sind deutlich energieeffizienter geworden, heizen aber nicht gleichmäßig und verbrauchen deutlich mehr Strom als z. B. Wärmepumpenheizungen.
     
  • Heizstäbe für den Warmwasserspeicher können für die Warmwasserbereitung im Haushalt oder zur Unterstützung der Heizungsanlage genutzt werden. Sie sind günstig und können sogar als alleinige Heizmethode eingesetzt werden.
     
  • Wärmepumpen funktionieren als alleiniges Heizungssystem und heizen sehr energieeffizient und umweltfreundlich. Allerdings ist der Einbau einer Wärmepumpe mit höheren Kosten verbunden. 

Die effizienteste Möglichkeit, mit Solarstrom zu heizen, ist also eine Wärmepumpe. Im Folgenden geben wir einen Überblick über die verschiedenen Komponenten, die Sie für ein Photovoltaik-Heizsystem benötigen. 
 

Ein junger Vater zeigt seinem kleinen Kind und seiner jungen Frau ein Solardach.

PV-Anlage: Wie groß muss die Anlage zum Heizen sein?

Die Heizenergie kann einen wesentlichen Anteil am Energieverbrauch eines Haushalts ausmachen. Wenn Sie Ihr Haus mit Photovoltaik beheizen möchten, steigt also ihr Strombedarf spürbar. 

Unsere Beispielrechnung verdeutlicht das ganz gut:
 

  Stromverbrauch
Einfamilienhaus 2.300–2.500 kWh/Jahr
Wärmepumpe 7.500–10.000 kWh/Jahr
Einfamilienhaus + Wärmepumpe 9.800–12.500 kWh/Jahr

 

Wenn Sie diesen Strombedarf über die Solaranlage decken möchten, muss die Anlage aber nicht unbedingt riesig sein – in der Regel reicht eine Größe von 7–10 kWp aus. Es kommt nämlich nicht nur darauf an, möglichst viel Solarstrom zu erzeugen, sondern möglichst viel vom erzeugten Strom selbst zu verbrauchen.

Leider produziert eine Solaranlage immer dann am meisten Strom, wenn nicht geheizt werden muss. Daher benötigen Sie neben der Photovoltaikanlage einen Stromspeicher, der den Solarstrom für die spätere Nutzung speichert. 
 

Stromspeicher: Wie groß muss der Speicher zum Heizen sein?

Viele Photovoltaikanlagen werden heute schon von Anfang an zusammen mit einem Stromspeicher installiert. Aus gutem Grund: Seit dem Rückgang der Einspeisevergütung ist es sinnvoll geworden, möglichst viel Solarstrom selbst zu verbrauchen, anstatt ihn ins Netz einzuspeisen.

Mit einem Stromspeicher steigert sich der Grad der Selbstversorgung Ihres Haushalts von etwa einem Drittel auf zwei Drittel. Und: Sie können abends oder an kühlen Tagen, wenn die Solaranlage keinen Strom erzeugt, ebenfalls mit Solarstrom heizen. Die Speichergröße sollte in etwa der Leistung der PV-Anlage entsprechen: Bei einer 10-kWp-Solaranlage ist ein 10kWh-Speicher ausreichend, um Haushalt und Wärmepumpe mit Strom zu versorgen.
 

Die Grafik zeigt ein Haus mit Heizkreislauf und Solaranlage.

Welche Wärmepumpe brauche ich, um mit Photovoltaik zu heizen?

Es gibt unterschiedliche Arten von Wärmepumpenheizungen: Luft-Wasser-Wärmepumpen, Erdwärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen. Am beliebtesten sind Luft-Wasser-Wärmepumpenheizungen, da diese den geringsten Installationsaufwand bedeuten und sehr effizient im Betrieb sind. 

In unserem Beitrag „Wärmepumpenheizung: Vorteile, Nachteile und Kosten“ finden Sie ausführliche Informationen zu den unterschiedlichen Wärmepumpen-Modellen und den jeweiligen Voraussetzungen.

Heizstab: Warum brauche ich einen Heizstab?

Ein Heizstab ist eine sinnvolle Ergänzung. Er wird in den Warmwasserspeicher eingebaut und erhitzt mithilfe von elektrischer Energie das Wasser.

An warmen Tagen, wenn keine Heizung, sondern nur Warmwasser im Haushalt benötigt wird, kann der Heizstab den Wärmebedarf des Haushalts allein decken. Die Wärmepumpe muss dann gar nicht laufen. An besonders kalten Tagen springt der Heizstab unterstützend zur Wärmepumpe ein. Das ist insbesondere bei Luft-Wasser-Wärmepumpen von Vorteil, da diese im Winter der Außenluft nicht genug Wärme entziehen können. 

SENEC Solaranlagen und Stromspeicher können Sie zum Beispiel mit einem ASKOHEAT Heizstab ergänzen. Die SENEC-Fachpartner*innen installieren den Heizstab mit wenig Aufwand in Ihren bestehenden Pufferspeicher und verbinden ihn mit Ihrer PV-Anlage. So können Sie Heizung und Warmwasserbereitung zumindest teilweise mit Photovoltaik betreiben, auch dann, wenn noch keine Wärmepumpe vorhanden ist. 

Der ASKOHEAT Heizstab ist in mehreren Ausführungen erhältlich. Welche Größe die richtige ist, hängt unter anderem von der Wohnfläche und der Heizungsart ab.
 

Leistung Eintauchlänge Elektro-Anschluss
1,75 kW 400 mm 230 V / 400 V 
3,5 kW 600 mm 400 V
4,4 kW 700 mm 400 V
5,25 kW 750 mm 400 V

Heizkörper: Welche Heizungen eignen sich für eine Wärmepumpe?

Rein theoretisch können Sie jeden wassergeführten Heizkörper über die Wärmepumpe betreiben. Vor allem bei älteren Heizkörpern mit hohen Vorlauftemperaturen ist das aber nicht effizient. Wenn Sie Ihr Haus mit Solarenergie und einer Wärmepumpe beheizen möchten, eignen sich am besten sogenannte Niedrigtemperatur-Heizkörper. Sie haben Vorlauftemperaturen von unter 40 Grad. Auch Fußbodenheizungen sind gut geeignet für Wärmepumpenheizsysteme.  
 

Fazit: Heizen mit Photovoltaik macht Ihr Zuhause bereit für die Zukunft

Die Klimaschutzziele, die sich der Bund bis 2045 gesetzt hat, sind ambitioniert – aber Themen wie CO2-Neutralität und der Ausbau erneuerbarer Energien betreffen nicht nur Wirtschaft und Industrie, sondern jeden Einzelnen von uns.

Die Stromversorgung und das Heizen mit Photovoltaik ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Klimaneutralität und gleichzeitig ein Weg zu einer unabhängigeren Energieversorgung . Natürlich bedeuten eine Solaranlage, ein Stromspeicher und eine Wärmepumpe im ersten Schritt eine große Investition. Aber sie sind eben auch eine Investition in die Zukunft, vor allem mit Blick auf steigende Energiepreise und knapper werdende Ressourcen. 
 

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