Bild
Frau mit Ladestation mit Auto
Elektromobilität

Förderung für Elektroautos und Ladestationen

FacebookTwitterLinkedinEmail

Die Bundesregierung hat es sich zum Ziel gesetzt, die Elektromobilität zu fördern, und auch die Automobilhersteller setzen verstärkt auf das Elektroauto, auch wenn das Engagement unterschiedlich ambitioniert ausfällt.

Um den Menschen im Lande die Anschaffung eines Elektroautos schmackhaft zu machen und den Technologiewandel voranzubringen, gibt es verschiedene Förderprogramme für die E-Mobilität von Bund und Ländern. Wir möchten an dieser Stelle einen kleinen Überblick geben, da ein Elektroauto ein wichtiger Baustein für alle ist, die ihren Energiebedarf selbst über Solarenergie decken möchten.

Auf Programme für Unternehmen, den Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur oder mehr Elektromobilität in öffentlichen Fuhrparks gehe ich nicht ein, da sie dem privaten Eigenversorger und Elektroauto-Fahrer ja nichts bringen. Ich konzentriere mich auf Förderungen für den einzelnen Autofahrer, und auf reine E-Autos, keine Plug-In-Hybride.

 

Umweltbonus

 

Die wichtigste Maßnahme auf Bundesebene, die auf private Autofahrerinnen und -fahrer abzielt, ist sicherlich der sogenannte Umweltbonus. Hinter dieser Förderung verbirgt sich ein Zuschuss, den die Bundesregierung gemeinsam mit den Unternehmen der Branche bezahlt, wenn sich jemand ein neues Elektroauto oder einen jungen Gebrauchtwagen kauft. Für ein reines Elektroauto mit einem Preis von bis zu 40.000 Euro gibt es 6.000 Euro E-Auto-Prämie vom Staat, bei teureren Fahrzeugen noch 4.500 Euro. Dazu kommt dann noch der Herstelleranteil, also eine Art Rabatt, von 3.000 bzw. 2.500 Euro. Wer sich also ein Elektroauto kaufen möchte, kann bei Wahl eines günstigeren Modells bis zu 9.000 Euro an Förderung mitnehmen. Dazu kommt noch die Mehrwertsteuer auf den Herstelleranteil. Der entsprechende Antrag auf den Umweltbonus muss nach Kauf und Zulassung des E-Autos elektronisch beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gestellt werden.

 

Steuervorteil

 

Neben diesem Zuschuss profitieren die Fahrerinnen und Fahrer von Elektroautos auch von einer steuerlichen Förderung. Reine Elektrofahrzeuge werden für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, und auch das Laden beim Arbeitgeber (sofern möglich), muss nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden.

 

Förderung von Ladestationen

 

Nicht nur die Anschaffung und der Betrieb des Elektroautos selbst werden gefördert. Auch für die Installation einer Wallbox, also einer Ladestation für Zuhause, gibt es Fördermittel, in diesem Fall von Ländern und Kommunen. Daher ist der Wohnort entscheidend dafür, wie viel Geld Besitzerinnen und Besitzer eines Elektrofahrzeugs bekommen können. In Nordrhein-Westfalen etwa zahlt das Land im Rahmen der Förderung für „Emissionsarme Mobilität“ einen Zuschuss von bis zu 2.000 Euro für eine nicht öffentlich zugängliche Ladestation. Das Klimaschutz-Förderprogramm im nördlichsten Bundesland Schleswig-Holstein unterstützt Kauf und Installation einer Wallbox mit insgesamt 800 Euro. Wird die Wallbox in Kombination mit einer neuen PV-Anlage installiert, kommen noch einmal 200 Euro an Förderung dazu.

 

Zuschuss zur Ladestation in Verbindung mit einem Stromspeicher

 

In einigen Ländern sind Fördermittel für eine Wallbox an die Installation eines Stromspeichers und/oder einer Photovoltaikanlage gebunden. Damit unterstützen die Länder die sinnvolle Option, das Elektroauto mit selbst erzeugtem Solarstrom zu laden. So zahlt Sachsen-Anhalt einen Zuschuss von 1.000 Euro zur Ladestation, wenn die Hausbesitzer einen Stromspeicher in Verbindung mit einer neuen PV-Anlage installieren (und dieser gefördert wird). Ähnlich macht das Sachsen, wo es 400 Euro pro Ladepunkt gibt, wenn die Wallbox gemeinsam mit einem Stromspeicher angeschlossen wird. In Sachsen ist eine neue PV-Anlage keine Bedingung für die Förderung, das heißt, Stromspeicher und Ladestation können auch mit einer bestehenden Solaranlage verbunden werden. Bayrische Hausbesitzer schließlich bekommen auch einen Bonus, wenn sie zum Stromspeicher und der neuen Photovoltaikanlage gleich noch eine Wallbox zum Laden ihres E-Autos installieren lassen und so ihr System zur Eigenversorgung mit Solarstrom abzurunden. Mit 200 Euro Zuschuss ist Bayern zwar etwas knausriger als die beiden ostdeutschen Länder, aber immerhin gibt es etwas.

Bleiben wir in Bayern, denn die Landeshauptstadt München hat ein eigenes Förderprogramm für die Elektromobilität aufgelegt. Privatpersonen können dort neben Zuschüssen für Lastenpedelecs und leichte Elektrofahrzeuge auch einen Beitrag von bis zu 40% der Nettokosten für eine Ladestation bekommen. Sind sie freiberuflich tätig, ist auch ein Zuschuss für ein Elektroauto drin.

Schließlich bieten einige Energieversorger und Stadtwerke Boni für den Kauf von Elektrofahrzeugen oder die Installation einer Wallbox an. Das tun sie aber natürlich nur für ihre eigenen Stromkunden, daher dienen solche Programme in erster Linie der Kundenbindung und -gewinnung. Denn wer auf ein Elektroauto umsteigt, benötigt mehr Strom. Da lohnen sich ein paar Hundert Euro Förderung für den Stromversorger allemal.

 

Eines ist klar: Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Elektroauto zuzulegen, sollte sich umschauen, was für Zuschüsse er bekommen kann. Und er sollte natürlich darüber nachdenken, mit welchem Strom er unterwegs sein möchte. Der eigene Solarstrom ist da mit Sicherheit die beste Option, auch um den CO2-Ausstoß zu senken.

Dr. Stefan Dietrich SENEC Presse

Dr. Stefan Dietrich