Junger Mann mit Sonnenbrille steckt das Ladekabel in sein Elektroauto.
Aktualisiert am 

Elektroauto tanken: Was kostet das Laden eines E-Autos?

Die Zahl der E-Autos auf deutschen Straßen wächst stetig weiter: Anfang 2026 sind in Deutschland erstmals mehr als zwei Millionen rein batterieelektrische Fahrzeuge zugelassen. Während viele Autofahrer bei schwankenden Spritpreisen nach Alternativen suchen, sind Sie als Besitzer*in einer eigenen Photovoltaikanlage bereits im Vorteil.

Denn Sie produzieren den günstigsten Ladestrom direkt auf dem eigenen Dach. Das E-Auto wird so zur perfekten Ergänzung Ihrer Anlage: Es erhöht Ihren Eigenverbrauch und macht Sie beim Fahren weitgehend unabhängig von den Preisen an den Zapfsäulen und öffentlichen Ladesäulen.


 

Was kostet einmal Vollladen beim E-Auto?

Der Strompreis schwankt, genau wie der Preis für Benzin und Diesel. Eine verbindliche Aussage, wie viel einmal Vollladen beim Elektroauto kostet, kann man also nicht treffen. Neben dem Strompreis hängen die tatsächlichen Kosten pro gefahrenem Kilometer von mehreren Faktoren ab: 

  • Fahrzeugtyp und der Größe des Akkus
  • Laden zu Hause oder an der Schnellladestation
  • Normal- oder Schnelllademodus
  • Individueller Fahrstil 
  • Anzahl der mitfahrenden Personen 
Digitale Anzeige einer E-Auto-Batterie, die bei 35 Prozent Ladung steht.

Rechenbeispiel: Kosten fürs Vollladen 

Neuere Elektroautos verbrauchen im Alltag laut ADAC-Ecotest im Schnitt etwa 17 kWh pro 100 km. Bei einer gängigen Batteriegröße von 70 kWh reicht eine volle Ladung – je nach Modell, Fahrweise und Wetter – für rund 350 bis 500 Kilometer.

Kosten fürs Vollladen an öffentlichen Ladestationen
  • Standard-Laden (AC): ca. 55 ct/kWh
  • Schnellladen (DC): ca. 68 ct/kWh
Strombedarf zum Vollladen: 70 kWh
  • Standard-Laden: 55 ct x 70 kWh = 38.50 €
  • Schnellladen: 68 ct x 70 kWh = 47,60 €
 
Kosten fürs Vollladen zu Hause
  • Netzstrom (Wallbox): ca. 31 ct/kWh
  • PV-Strom (eigene Solaranlage): ca. 10 ct/kWh
Strombedarf zum Vollladen: 70 kWh
  • Über den Stromtarif: 31 ct x 70 kWh = 21,70 €
  • Mit eigenem Solarstrom: 10 ct x 70 kWh = 7,00 €


 

Junge Frau lädt ihr Elektroauto in der Garage zuhause.

Was ist günstiger in der Reichweite? Diesel, Benziner oder Elektroauto?

Eine Tankfüllung für ein Diesel-Fahrzeug oder einen Benziner kostet deutlich mehr als das Vollladen eines Elektroautos – dafür hat ein voller Tank auch eine höhere Reichweite als ein vollgeladener Akku. Um die Ladekosten fürs E-Auto mit den Tankkosten beim Verbrenner vergleichen zu können, ist daher der Preis pro 100 gefahrenen Kilometern ausschlaggebend. 

 

Elektroauto: Preis pro 100 Kilometer

Ein moderner Stromer verbraucht im Alltag durchschnittlich etwa 17 kWh auf 100 Kilometern. Je nach Ladeort ergeben sich dabei folgende Energiekosten:

  • Zuhause mit eigener Solaranlage (ca. 10 ct/kWh):
    17 kWh x 0,10 € = 1,70 € pro 100 km
  • Zuhause an der Wallbox mit Netzstrom (ca. 31 ct/kWh):
    17 kWh x 0,31 € = 5,27 € pro 100 km
  • Öffentliches Standard-Laden / AC (ca. 55 ct/kWh):
    17 kWh x 0,55 € = 9,35 € pro 100 km
  • Öffentliches Schnellladen / DC (ca. 68 ct/kWh):
    17 kWh x 0,68 € = 11,56 € pro 100 km

 

Benziner: Preis pro 100 Kilometer

Ein vergleichbarer Verbrenner verbraucht im Schnitt etwa 6,8 Liter Super E10 auf 100 Kilometern. Bei einem Kraftstoffpreis von ca. 2,05 €/Liter ergeben sich folgende Kosten:

  • Kraftstoffkosten:

    6,8 Liter x 2,05 € = 13,94 € pro 100 km

Diesel-Fahrzeug: Preis pro 100 Kilometer

Ein moderner Diesel-Pkw verbraucht durchschnittlich etwa 5,5 Liter auf 100 Kilometern. Bei einem Dieselpreis von ca. 2,15 €/Liter ergeben sich folgende Kosten:

  • Kraftstoffkosten:

    5,5 Liter x 2,15 € = 11,83 € pro 100 km
     

Eine Zapfpistole für Benzin neben einem Ladekabel für Elektroautos.

Wo kann ich mein Elektroauto schnell und sicher aufladen?

Für Besitzer*innen einer eigenen Photovoltaikanlage ist die Sache besonders attraktiv: Sie produzieren den Strom für Ihr Fahrzeug idealerweise direkt auf dem eigenen Dach. Um diesen Vorteil voll auszuspielen, gibt es zwei Wege:

1. Zu Hause laden (z. B. über eine Wallbox)

Das Laden im eigenen Zuhause ist die bequemste und günstigste Variante. Wer den Strom der eigenen PV-Anlage direkt ins Auto einspeist, fährt unschlagbar günstig. Eine eigene Ladestation (Wallbox) sorgt dabei für ein sicheres, schnelles Aufladen direkt auf dem eigenen Stellplatz oder in der Garage.

2. Unterwegs laden an öffentlichen Ladesäulen

Für längere Strecken oder die Fahrt in den Urlaub stehen Ihnen flächendeckend öffentliche Ladestationen zur Verfügung – zum Beispiel an Supermärkten, in Parkhäusern oder an Autobahnraststätten. Während Sie einkaufen, arbeiten oder eine Pause einlegen, lädt das Auto ganz nebenbei auf. An moderneren Schnellladestationen reichen oft schon 10 bis 15 Minuten aus, um Energie für die nächsten 100 Kilometer nachzuladen.
 

Wallbox mit Elektroauto im Hintergrund

Wie finde ich schnell Ladestationen in meiner Nähe?

Der Ausbau der öffentlichen E-Ladestationen geht dynamisch voran: Laut Daten der Bundesnetzagentur gibt es mit Stand August 2026 in Deutschland rund 156.400 Normalladepunkte und 55.700 Schnellladepunkte. Damit stehen bundesweit erstmals mehr als 212.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte zur Verfügung.

Allerdings sind die Ladepunkte regional nach wie vor unterschiedlich verteilt: Spitzenreiter sind flächengroße Bundesländer wie Bayern (über 38.000 Ladepunkte) sowie Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Kleine Stadtstaaten und Bundesländer wie Bremen und das Saarland bilden bezogen auf die absolute Anzahl das Schlusslicht im öffentlichen Ladenetz. Grundsätzlich verläuft der Ausbau in Ballungsräumen und an Hauptverkehrsachsen durch den gezielten Ausbau von Schnellladeparks schneller als in sehr ländlichen Regionen.
 

Laden nur mit Anbieter-App und QR-Code

Wer mit dem E-Auto in Deutschland unterwegs ist, braucht also einen guten Überblick über die verfügbaren Ladestationen – zumal die Ladesäulen von unterschiedlichen Anbietern betrieben werden. Das Laden ist in der Regel erst möglich, wenn man die App des jeweiligen Anbieters heruntergeladen hat.

Im Einzelfall funktioniert das Beladen auch ohne App bzw. ohne Smartphone. Dazu benötigt man eine spezielle Ladekarte, die man beim Anbieter beantragen muss und mit der man nur bei den Ladesäulen dieses Anbieters laden kann.

 

Auf einem Smartphone ist eine App zu sehen, die den nächsten Ladepunkt für das eigene Elektroauto anzeigt.

Für das Laden unterwegs ist eine Smartphone-App besonders praktisch: Sie zeigt nicht nur verfügbare Ladestationen in der Nähe an, sondern lässt Sie auch in Echtzeit sehen, ob ein Ladepunkt frei oder belegt ist. Beliebte und herstellerunabhängige Apps sind zum Beispiel EnBW mobility+, Chargemap oder Moovility.

Wichtig für SENEC-Kund*innen:

Da SENEC das Neugeschäft sowie die SENEC.Cloud eingestellt hat, entfällt die Option, unterwegs virtuelles Solarstrom-Guthaben direkt über SENEC-Tarife zu verladen.

  • Unterwegs laden: Sie können für das öffentliche Laden problemlos auf etablierte Ladeanbieter (wie z. B. EnBW, LichtBlick oder andere Freischaltkarten/Apps) ausweichen.
  • Alternative Cloud-Anbieter: Wenn Sie Ihren überschüssigen PV-Strom weiterhin virtuell für unterwegs nutzen möchten, bieten herstellerunabhängige Drittanbieter (z. B. New Energy Cloud oder Redpoint) mit bestehender SENEC-Hardware kompatible Nachfolgemodelle an.
     

Was kostet das Laden meines E-Autos an der eigenen Wallbox?

Das Rechenbeispiel weiter oben im Text zeigt deutlich, wie groß die Ersparnis beim Laden zu Hause ist: Während ein vollständiger Ladevorgang an öffentlichen Ladesäulen je nach Ladeart rund 38,50 € bis 47,60 € kostet, zahlen Sie zu Hause über den regulären Netzstrom nur ca. 21,70 €. Das entspricht einer Ersparnis von etwa 17 bis 26 € pro Vollladung.

 

Ein Eigenheim mit einem Carport, in dem ein Elektroauto mit eigener Wallbox geladen wird.

Kann ich mein E-Auto auch an der Steckdose laden?

Ein E-Auto-Akku braucht 30–100 kWh, bis er vollgeladen ist. Haushaltssteckdosen sind für diese hohe Belastung nicht ausgelegt. Daher ist dringend davon abzuraten, das E-Auto an der Steckdose aufzuladen.

Sicheres Laden funktioniert nur über eine geeignete Ladestation, entweder zu Hause oder unterwegs. 

Nutzt jede Ladestation 100% Ökostrom?

Dass Elektroautos nachhaltiger fahren als Verbrenner, ist eine Tatsache – immerhin stößt der Elektromotor kein CO2 aus. Wirklich „grün“ fahren E-Autos aber nur, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Quellen beladen werden. Nicht jede öffentliche Ladestation gibt 100 % Ökostrom aus. Und auch die Wallbox zu Hause lädt nur dann Ökostrom, wenn Sie Ökostrom aus dem öffentlichen Netz beziehen.