Junger Mann mit Sonnenbrille steckt das Ladekabel in sein Elektroauto.
Dario Burghof

Dario Burghof

Elektroauto tanken: Was kostet das Laden eines E-Autos?

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Die Zahl der E-Autos auf deutschen Straßen wächst rasant. Allein von 2021 bis 2022 hat sich die Zahl der zugelassenen Elektrofahrzeuge von rund 109.000 auf rund 318.000 gesteigert. Gründe dafür sind zum einen der Wunsch nach nachhaltiger Mobilität und sicher auch die attraktiven Förderungen, die Bund und Länder für Elektroautos bieten. Aber auch der wirtschaftliche Gedanke spielt eine Rolle: Benzin wird immer teurer und ein Auto einfach über die Steckdose zu „betanken“, klingt nach einer preisgünstigen Alternative

Ihnen gehen bestimmt folgende Fragen durch den Kopf:

  • Was kostet es, ein Elektroauto mit Strom zu betanken?
  • Wie sieht es mit der Reichweite aus?
  • Rechnet sich ein E-Fahrzeug trotz der hohen Anschaffungskosten im Vergleich zum Verbrenner? 

Dieser Beitrag möchte Ihnen darauf Antworten geben. Über das klickbare Inhaltsverzeichnis gelangen Sie direkt zu den für Sie interessanten Kapiteln.
 

Was kostet einmal Vollladen beim E-Auto?

Der Strompreis schwankt, genau wie der Preis für Benzin und Diesel. Eine verbindliche Aussage, wie viel einmal Vollladen beim Elektroauto kostet, kann man also nicht treffen. Neben dem Strompreis hängen die tatsächlichen Kosten pro gefahrenem Kilometer von mehreren Faktoren ab: 

  • Fahrzeugtyp und der Größe des Akkus
  • Laden zu Hause oder an der Schnellladestation
  • Normal- oder Schnelllademodus
  • Individueller Fahrstil 
  • Anzahl der mitfahrenden Personen 
Digitale Anzeige einer E-Auto-Batterie, die bei 35 Prozent Ladung steht.

Rechenbeispiel: Kosten fürs Vollladen 

Der ADAC hat im Rahmen seiner Ecotest-Reihe den Strombedarf verschiedener E-Auto-Modelle ermittelt. Neuere Elektroautos verbrauchen demnach im Schnitt etwa 22 kWh/100 km. Für das vollständige Aufladen eines E-Autos werden etwa 70 kWh benötigt. Damit kann ein Fahrzeug je nach Hersteller und nach Modell zwischen 160 und 610 km weit fahren

 

Kosten fürs Vollladen an öffentlichen Ladestationen  

45 ct/kWh Standard-Laden 
55 ct/kWh im Schnelllademodus
Strombedarf zum Vollladen: 70 kWh

Standard-Laden: 45 x 70 = 3150 = 31,50 €
Schnellladen: 55 x 70 = 3850 = 38, 50 €

 

Kosten fürs Vollladen mit einer Wallbox zu Hause 

Stromkosten (abhängig vom Anbieter-Tarif): 36 ct/kWh
Strombedarf zum Vollladen: 70 kWh
36 x 70 =25,20 = 25,20 €
 

Junge Frau lädt ihr Elektroauto in der Garage zuhause.

Was ist günstiger in der Reichweite? Diesel, Benziner oder Elektroauto?

Eine Tankfüllung für ein Diesel-Fahrzeug oder einen Benziner kostet deutlich mehr als das Vollladen eines Elektroautos – dafür hat ein voller Tank auch eine höhere Reichweite als ein vollgeladener Akku. Um die Ladekosten fürs E-Auto mit den Tankkosten beim Verbrenner vergleichen zu können, ist daher der Preis pro 100 gefahrenen Kilometern ausschlaggebend. 

 

Elektroauto Preis pro 100 Kilometer

Reichweite E-Auto mit voll beladenem Akku: 320 km 
Vollladen an der Ladestation: 31,50/38, 50 €
31,50 € : 320km = 0,098 €/km
Energiekosten: 0,098 €/ x 100 = 9,8 €/100 km

Vollladen an der Wallbox 25,20 € 
25,20 € : 320 km = 0,078 € km
Energiekosten: 0,078 € x 100 = 7,8 €/100 km

 

Benziner Preis pro 100 Kilometer

Reichweite Benzinmotor: 500 km 
Durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch: 7,7 Liter/100km
Durchschnittlicher Benzinpreis 2022 (Stand 9/2022): 195,13 Cent/Liter
Kraftstoffkosten: 7,7 x 195,13 = 15,02 €/100km

 

Diesel-Fahrzeug Preis pro 100 Kilometer

Reichweite Dieselmotor: 800–1500 km 
Durchschnittlicher Kraftstoffverbrauch Diesel-Verbrennungsmotor: 6,8 Liter/100km
Durchschnittlicher Dieselpreis 2022 (Stand 3/2022): 216 Cent/Liter
Kraftstoffkosten: 6,8 x 216,00 = 14,69 €/100km
 

Tabelle: Reichweite und Kosten im Überblick

  E-Auto 
Ladestation
E-Auto 
Wallbox
Benziner Diesel
Verbrauch/
100 km
22 kWh 22 kWh 7,7 Liter 6,8 Liter
Reichweite/
Tankfüllung
320 km 320 km 500 km 800 - 1.500 km
Kosten/
100 km
9,80 € 7,80 € 15,02 € 14,69 €
Eine Zapfpistole für Benzin neben einem Ladekabel für Elektroautos.

Wo kann ich mein Elektroauto schnell und sicher aufladen? 

Mit dem Verbrenner müssen Sie früher oder später an die Tankstelle, eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Auch für E-Autos gibt es „Tankstellen“ in Form von öffentlichen Ladestationen. Diese sind zum Beispiel auf Supermarktparkplätzen, auf öffentlichen Parkplätzen oder an Autobahnraststätten aufgestellt.

Zum Laden wird das Auto einfach abgestellt und über das Ladekabel mit der Ladesäule verbunden. So können Sie Ihr Elektroauto aufladen, während Sie zum Beispiel einkaufen, im Büro sind oder ins Kino gehen. Viele Ladesäulen verfügen mittlerweile über einen Schnelllademodus, mit dem Sie in nur 10-15 Minuten Ladezeit genug Strom für die nächsten 100 km laden. 

 

E-Auto an der Wallbox zu Hause laden

Zusätzlich zu den öffentlichen Ladestationen gibt es die Möglichkeit, sich eine Ladestation im eigenen Zuhause installieren zu lassen. Mit dieser Wallbox können Sie Ihr Elektroauto jederzeit bequem und sicher zu Hause laden, zum Beispiel über Nacht.

Das Laden an der Wallbox ist etwas günstiger als das Laden an öffentlichen Ladestationen. Noch deutlicher wird der Preisunterschied, wenn Sie die Wallbox mit einer Solaranlage und einem Stromspeicher verbinden. Auf diese Weise laden Sie Ihr E-Auto mit selbst erzeugtem Solarstrom und sind nicht nur besonders günstig, sondern auch nachhaltig unterwegs. 
 

Wallbox mit Elektroauto im Hintergrund

Wie finde ich schnell Ladestationen in meiner Nähe? 

Der Ausbau der öffentlichen E-Ladestationen geht voran: Laut Daten der Bundesnetzagentur gibt es mit Stand August 2022 in Deutschland 55.570 Normalladepunkte und 10.231 Schnellladepunkte. Allerdings sind die Ladepunkte bundesweit nicht gleichmäßig verteilt: Spitzenreiter sind Bayern mit weit über 12.000 Ladepunkten sowie Baden-Württemberg und Niedersachsen mit jeweils über 11.000 Ladepunkten.

Kleine Länder wie Bremen und das Saarland bilden mit 477 bzw. 527 Ladepunkten das Schlusslicht in Sachen öffentliches Ladenetz. Grundsätzlich geht der Ausbau in Ballungsgebieten deutlich schneller voran als auf dem Land. 

Die folgende Karte der Bundesnetzagentur illustriert den aktuellen Stand: 
 

Karten-Grafik aller Ladestationen in Deutschland für E-Autos.

Laden nur mit Anbieter-App und QR-Code

Wer mit dem E-Auto in Deutschland unterwegs ist, braucht also einen guten Überblick über die verfügbaren Ladestationen – zumal die Ladesäulen von unterschiedlichen Anbietern betrieben werden. Das Laden ist in der Regel erst möglich, wenn man die App des jeweiligen Anbieters heruntergeladen hat.

Im Einzelfall funktioniert das Beladen auch ohne App bzw. ohne Smartphone. Dazu benötigt man eine spezielle Ladekarte, die man beim Anbieter beantragen muss und mit der man nur bei den Ladesäulen dieses Anbieters laden kann.
 

Auf einem Smartphone ist eine App zu sehen, die den nächsten Ladepunkt für das eigene Elektroauto anzeigt.

Im Alltag ist eine App deutlich praktischer – auch, weil die App nicht nur automatisch alle Ladestationen in der Nähe anzeigt, sondern weil Sie dort sehen können, ob eine Ladestation belegt oder verfügbar ist. Beliebte Elektroauto-Apps sind zum Beispiel NextCharge, NextPlug, Chargemap und die EnBW mobility+ App

SENEC-Kund*innen haben über die EnBW mobility+ App Zugriff auf das größte deutsche Schnellladenetz und laden ihr E-Auto überall in Deutschland und in den europäischen Nachbarländern schnell und sicher. Kund*innen, die die SENEC.Cloud Lösung nutzen, können mit EnBW mobility+ App sogar unterwegs ihren selbst erzeugten Solarstrom laden: Mit SENEC.Cloud wird überschüssiger Solarstrom aus der eigenen Anlage als virtuelles Stromguthaben angelegt. Auf dieses Guthaben können Sie flexibel zugreifen – zum Beispiel, indem Sie über die EnBW mobility+ App unterwegs ihr E-Auto laden. 
 

Was kostet das Laden meines E-Autos an der eigenen Wallbox?

Das Rechenbeispiel  weiter oben in diesem Text hat schon gezeigt, dass das Laden an der Wallbox zu Hause etwas günstiger ist als am öffentlichen Ladepunkt – je nach Anbieter und Tarif liegt die Ersparnis zwischen 5 und 8 Euro pro Ladevorgang.

Dem gegenüber stehen natürlich die Anschaffungs- und Installationskosten für die Wallbox, die bei etwa 1000 € beginnen. Auch wenn das Laden zu Hause deutlich komfortabler ist als das Laden unterwegs, wird es also etwas dauern, bis Sie mit der Wallbox wirklich Geld sparen. 

Anders sieht es aus, wenn Sie Ihre Wallbox an eine bestehende Solaranlage anbinden. Durch 360-Grad-Energielösungen wie SENEC.360 können Sie Ihr E-Auto zu Hause bequem mit günstigem Solarstrom tanken. Und wenn die Solaranlage mal nicht genug Strom erzeugt und der Stromspeicher leer ist, laden Sie über die Wallbox wie gewohnt Strom aus dem öffentlichen Netz. 
 

Ein Eigenheim mit einem Carport, in dem ein Elektroauto mit eigener Wallbox geladen wird.

Kann ich mein E-Auto auch an der Steckdose laden?

Ein E-Auto-Akku braucht 30–100 kWh, bis er vollgeladen ist. Haushaltssteckdosen sind für diese hohe Belastung nicht ausgelegt. Daher ist dringend davon abzuraten, das E-Auto an der Steckdose aufzuladen.

Sicheres Laden funktioniert nur über eine geeignete Ladestation, entweder zu Hause oder unterwegs. Mehr zu den Vorteilen einer Ladestation im eigenen Zuhause finden Sie in unserem Beitrag „E Auto zu Hause laden: Wie geht´s und was muss ich beachten?“.
 

Nutzt jede Ladestation 100% Ökostrom?

Dass Elektroautos nachhaltiger fahren als Verbrenner, ist eine Tatsache – immerhin stößt der Elektromotor kein CO2 aus. Wirklich „grün“ fahren E-Autos aber nur, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Quellen beladen werden. Nicht jede öffentliche Ladestation gibt 100 % Ökostrom aus. Und auch die Wallbox zu Hause lädt nur dann Ökostrom, wenn Sie Ökostrom aus dem öffentlichen Netz beziehen. 
 

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, dass Sie Ihr E-Auto mit nachhaltigem Strom beladen, ist ein 360-Grad-Energiesystem die beste Option. Bei Komplettlösungen wie SENEC.360 sind die einzelnen Komponenten wie Solaranlage, Stromspeicher, Wallbox und Wärmepumpe so miteinander vernetzt, dass Sie Ihren Haushalt, Ihre Heizung und eben auch die Wallbox mit günstigem, umweltfreundlichem Solarstrom versorgen können. Mit einer zusätzlichen Cloud-Lösung legen Sie Ihren PV-Überschuss als virtuelles Guthaben an und können so auch in der kalten Jahreszeit flexibel darauf zugreifen. 

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