Eine moderne Wallbox hängt an einer Hauswand eines Privathauses und im Hintergrund steht ein weißes Elektroauto zum Laden bereit.
Dario Burghof

Dario Burghof

E-Auto zuhause laden: Wie geht‘s und was muss ich beachten?

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Die Zahl der in Deutschland zugelassenen E-Autos steigt: Waren es im Jahr 2021 noch etwas über 300.000 Elektroautos, hat sich diese Zahl bereits im ersten Quartal 2022 verdoppelt. Auch die Anzahl öffentlicher Ladestationen für E-Autos wächst beständig. Wer aber keine Ladestation in der Nähe hat und trotzdem jederzeit sicher und flexibel das Auto beladen möchte, für den ist eine sogenannte Wallbox unverzichtbar.

Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie die praktische Ladestation für zu Hause funktioniert, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche Möglichkeiten es für das günstige und unabhängige Laden Ihres E-Autos gibt. 

Für wen lohnt sich das Laden zu Hause? 

Grundsätzlich lohnt sich eine Ladestation im eigenen Zuhause für alle, die ein E-Auto fahren. Selbst wenn man regelmäßig auch die öffentlichen Ladesäulen nutzt, ist eine Wallbox praktisch und komfortabel – schließlich kann man das Auto einfach zu Hause einstecken und muss das Beladen nicht jeden Tag aufs Neue organisieren. 
 

Zwar gibt es mit Stand September 2022 rund 35.600 Ladestationen in Deutschland. Aber zum einen ist das Ladesäulennetz längst nicht in allen Regionen gleich gut ausgebaut, und zum anderen wächst die Zahl der E-Autos deutlich schneller als die Zahl der Ladesäulen.

In den letzten beiden Jahren ist der Bestand an Elektroautos dreimal stärker gewachsen als die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte. Setzt sich dieser Trend fort, könnte dies für die Praxistauglichkeit der Elektromobilität zum Problem werden“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW, zum Thema Elektromobilität in Deutschland.   

Gerade über Nacht sind öffentliche Ladestationen häufig belegt. Einige Autobesitzer*innen haben auch kein gutes Gefühl dabei, ihr Fahrzeug über Nacht zum Laden auf einem öffentlichen Parkplatz abzustellen. Wer sicher und komfortabel laden will, tut dies also am besten in den eigenen vier Wänden. 
 

Auf einem abgeschlossenen und sicheren Grundstück steht ein Elektroauto in einem privaten Carport und wird nachts sicher geladen, ohne dass die Besitzer Angst haben müssen.

Aber auch in Sachen autarke Energieversorgung ist eine eigene Wallbox interessant. Hausbesitzer*innen, die eine Solaranlage mit Stromspeicher betreiben, können die Wallbox an ihrer PV-Anlage verknüpfen und das E-Auto mit selbst erzeugtem Solarstrom beladen.

Das funktioniert als Ergänzung bestehender PV-Anlagen oder bei Planung und Installation einer komplett neuen PV-Anlage. Die Wallbox wird übrigens sowohl mit der PV-Anlage als auch mit dem öffentlichen Netz verbunden. Wenn also mal keinen Strom produziert wird, laden Sie Ihr Fahrzeug einfach mit Strom aus dem Netz. 

Warum ist eine Wallbox so wichtig?

Um ein E-Auto zu Hause sicher und schnell laden zu können, ist eine Wallbox unverzichtbar. Elektrischer Strom kommt zwar auch aus jeder Steckdose, aber Haushaltssteckdosen sind zum Beladen von elektrischen Fahrzeugen definitiv nicht empfehlenswert.

Warum? Das hat mehrere Gründe: 

  • Die Leistung von normalen Steckdosen ist für die Ladekapazität der Fahrzeug-Akkus nicht ausgelegt. Bei Überlastung bzw. Überhitzung von Steckdose und Kabel besteht akute Brandgefahr. 
  • Durch die hohen Ladekapazitäten der Akkus würde der Ladevorgang sehr lange dauern – etwa 24 Stunden.
  • Die meisten E-Autos haben eine sogenannte Typ-2-Ladebuchse. Das Beladen mit einem Haushaltsstecker funktioniert also nicht, da man einen Typ-2-Stecker benötigt.
     
Eine junge Frau hält das Ladekabel ihrer Wallbox in der Hand und wird gleich ihr Elektroauto sicher mit Solarstrom aufladen.

So funktioniert eine Wallbox

Wallboxen sind, wie es der Name schon sagt, wandmontierte Kompakt-Ladestationen, die speziell zum Beladen von E-Autos im eigenen Zuhause entwickelt wurden. Über einen Starkstromanschluss wird die Wallbox mit dem Hausstromnetz verbunden.

Das heißt, der Ladevorgang wird als Teil Ihres Haushaltsstromverbrauchs abgerechnet und Sie müssen diesen nicht gesondert bezahlen, wie es an einer öffentlichen Ladesäule nötig wäre. Der Rest funktioniert wie beim öffentlichen Laden: Über das Ladekabel wird das Fahrzeug mit der Wallbox verbunden und automatisch geladen, bis der Akku voll ist. Moderne Wallboxen haben in der Regel ein integriertes Ladekabel mit Typ-2-Stecker.

Mitunter wird fälschlicherweise behauptet, eine Wallbox besitzt einen Wechselrichter, der den Wechselstrom aus dem Netz in Gleichstrom umwandelt. Das stimmt nicht. (Fast) jede Wallbox arbeitet mit Wechselstrom. Sie bezieht Wechselstrom aus dem Netz und gibt auch Wechselstrom an das Fahrzeug ab. Im privaten Umfeld wird praktisch immer ausschließlich mit Wechselstrom geladen. Daher ist in Wallboxen kein Wechselrichter und keine Umwandlung notwendig. Die Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom erfolgt durch den Onboard-Charger des Fahrzeugs.

Die Steuereinheit der Wallbox ist das sogenannte EVCC (Electric Vehicle Charge Controller). Die EVCC steuert die Ladeleistung und beendet den Ladevorgang, wenn der Fahrzeug-Akku vollgeladen ist. 

Schnelles, sicheres Laden – nur mit Wallbox

Eine Wallbox ist unbestreitbar praktisch – und durch integrierte Sicherheitssysteme und smarte Vernetzung mindestens genauso sicher wie die öffentlichen Ladepunkte. Zudem bietet eine Wallbox je nach Modell hohe Ladeleistungen: 

  • Wallboxen mit 11 kW Ladeleistung sind der Standard für Haushalte mit einem E-Auto. Die meisten Autos sind nach rund 5 bis 6 Stunden voll geladen. 
  • Wallboxen mit 22 kW Ladeleistung bieten mit bis zu vier Ladepunkten die Möglichkeit, mehrere E-Fahrzeuge zu laden.    

Wenn Sie regelmäßig mehrere Fahrzeuge gleichzeitig laden möchten, gibt es sogenannte Duo-Wallboxen mit 22 kW: SENEC.360 ermöglicht zum Beispiel den Einbau von bis zu vier SENEC.Wallbox pro s und SENEC.Wallbox pro hintereinander. 

So können Sie Ihr privates Ladenetz bei Bedarf flexibel erweitern. 
 

Moderne Wallboxen bieten smarte Lade-Optionen 

Wallboxen sind heute oft smart vernetzt und steuern den Ladevorgang eigenständig. Noch mehr Möglichkeiten bieten sich, wenn die Wallbox mit der hauseigenen PV-Anlage verbunden ist.

Solche Systeme bieten verschiedene Lademodi: So können Sie per App auswählen, ob Sie Ihr E-Auto ganz normal im Schnelllademodus mit Strom aus dem Netz oder aus dem Speicher aufladen. Oder sie laden solaroptimiert, d. h. Ihr Auto wird nur dann beladen, wenn Ihre PV-Anlage gerade mehr produziert, als sie im Haus verbrauchen.

Beim solaroptimierten Laden dauert es länger, bis das Auto vollgeladen ist – dafür laden Sie es ausschließlich mit kostenlosem Solarstrom.
 

Was ist der ideale Ladeplatz für ein E-Auto?

Da Sie das Fahrzeug bei Wind und Wetter aufladen müssen, empfiehlt sich ein geschützter Standort – idealerweise unter einem Carport oder in einer Garage. Auch die Fassade neben der Einfahrt eignet sich für eine Wallbox.

Dabei geht es nicht nur um Schutz vor Wind und Nässe, sondern auch um direkte Sonneneinstrahlung, insbesondere im Sommer. Auch wenn moderne Wallboxen hohe Temperaturschwankungen verkraften, sollte die Umgebungstemperatur 35-40 Grad nicht überschreiten, um den sicheren Betrieb zu gewährleisten. 

Feuchtigkeit und Kälte sind für die wandmontierten Ladestationen dagegen kein Problem. In der Regel haben Wallboxen mindestens die Schutzart IP54 – das heißt, sie sind allseitig gegen Spritzwasser und gegen eindringenden Staub in geringen Mengen geschützt.

Für eine Wallbox, die komplett im Freien steht, etwa an einer Säule montiert, empfiehlt sich die Schutzart IP67. Diese Modelle sind sind staubdicht und vollständig wassergeschützt.

Grundsätzlich sollte die Wallbox so nah wie möglich am üblichen Stellplatz Ihres Autos montiert sein. Standard-Ladekabel sind zwischen 6 und 8 Meter lang, das sollten Sie bei der Wahl des Standorts mit einberechnen, damit Sie zum Laden nicht jedes Mal umparken müssen. 
 

Die Wallbox hängt sicher in einem geschützten Carport.

Woher bekomme ich den Strom für meine Wallbox?

Die Wallbox wird in an Ihr Hausstromnetz angeschlossen und über Ihren Stromanbieter versorgt. Die Installation der Ladebox sollte (genau wie die Installation der PV-Anlage) unbedingt ein Profi übernehmen.

Ebenfalls wichtig zu wissen: Es gibt eine Meldepflicht für Wallboxen beim örtlichen Netzbetreiber.

Eine Wallbox mit einer Ladeleistung von 11 kW muss dabei lediglich gemeldet werden. Für alle Wallboxen über 11 kW brauchen Sie eine Genehmigung von Ihrem Netzbetreiber, damit dieser eine Übersicht über den Strombedarf erhält und eine lokale Überlastung verhindern kann.

Achtung: Netzbetreiber und Stromanbieter sind nicht immer die gleichen Unternehmen. Viele Netzbetreiber bieten schon online die Möglichkeit an, eine Wallbox anzumelden.  
 

Was kostet es, ein E-Auto zu Hause zu laden?

Abgesehen von den einmaligen Anschaffungs- und Installationskosten für die Wallbox fallen für das Laden nur die Stromkosten an. Im Mai 2022 kostete 1 kWh im Durchschnitt 37 Cent. Bei einer ebenfalls durchschnittlich gerechneten Akkuleistung von 35 kWh zahlen Sie für einen Ladevorgang rund 12,95 Euro. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 15 kWh auf 100 Kilometer liegen die Kosten, ein E-Auto zu laden, damit bei etwa 5,55 Euro/100 Kilometer. 

In folgenden Beitrag erfahren Sie mehr: Elektroauto tanken: Was kostet das Laden eines E-Autos? 

Wallbox mit Strom aus der Solaranlage versorgen

Wenn Sie eine Photovoltaikanlage betreiben oder planen, können Sie den selbst erzeugten Strom auch nutzen, um Ihr E-Auto zu beladen. Das ist nicht nur nachhaltiger, sondern ermöglicht auch ein besonders günstiges Beladen.

Zudem nutzen Sie mehr von ihrem selbst erzeugten Strom, sodass Ihre PV-Anlage sich noch früher rentiert. Bei Komplettlösungen wie SENEC.360 wird die Wallbox einfach an Ihr autarkes Hausstromnetz angeschlossen.
 

Die Grafik zeigt den Querschnitt von einem autarken Haus mit Photovoltaik-Anlage und Stromspeicher.

Wie kann ich die Wallbox mit der Solaranlage verbinden?

Grundsätzlich kann eine Wallbox sowohl an bestehende als auch an komplett neu installierte Systeme angebunden werden. Wenn Sie bereits eine Solaranlage betreiben, ist eine Wallbox eine sinnvolle Ergänzung.

Für die Installation und den Anschluss der Wallbox benötigen Sie einen Starkstromanschluss im Außenbereich Ihres Hauses. Ein solcher Anschluss ist nicht in jedem Haushalt vorhanden. In der Regel können Installateur*innen, die die Wallbox planen und installieren, diesen Anschluss legen.
 

 

Wallbox installieren: Eine Aufgabe für Profis  

Die Installation, aber auch die Anbindung an den Stromspeicher und eventuell an smarte Steuersysteme sind definitiv eine Aufgabe für Fachleute. Selbst herumzubasteln ist nicht nur aufwendig, es kann auch gefährlich werden – immerhin hat eine Starkstromleitung 400 Volt Spannung.

Qualifizierte Anbieter wie SENEC übernehmen nicht nur die Planung und Installation Ihrer Wallbox, sie beraten Sie auch ausführlich und unverbindlich zu Ihren Optionen. 
 

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