„Peak Shaving“ und „prognosebasiertes Laden“

Mit der Sonne ist es so eine Sache. Mittags scheint sie in der Regel am intensivsten. Für Solaranlagen bedeutet das, dass sie dann am meisten Strom erzeugen. Das ist auf der einen Seite gut, weil Solarstrom sauber ist, das Klima schützt und ziemlich günstig zu erzeugen ist. Und je mehr Sonnenschein, desto günstiger wird er.

 

Für die Eigenversorgung mit Solarstrom ist das aber nicht so günstig. Denn viele Hausbesitzer sind mittags gar nicht zu Hause, wenn die Sonne scheint. Sie können also nicht kochen, fernsehen oder Wäsche waschen, wenn ihre Photovoltaik-Anlage Strom im Überfluss erzeugt. Was passiert dann mit dem Strom? Idealer Weise wird der Strom, der im Haus nicht unmittelbar verbraucht werden kann, im SENEC.Home Stromspeicher gespeichert. Wenn die Sonne kräftig scheint, dann ist der aber auch mal voll. Und dann geht der Strom ins Netz. Da bekommst du als Hausbesitzer zwar eine Einspeisevergütung. Aber erstens ist die mit gerade mal etwas mehr als 10 Cent pro Kilowattstunde nicht mehr üppig (vor allem wenn man sieht, dass der eingekaufte Strom heutzutage 30 Cent pro Kilowattstunde kostet), und zum anderen sehen das Netzbetreiber und Politik nicht so gerne. Denn an sonnigen Tagen fließt mittags dann sehr viel Solarstrom ins Netz, dafür müssen andere Kraftwerke gedrosselt werden.

 

Das richtige Lademanagement - zwei Möglichkeiten

 

Das mag dem Speicherbesitzer vielleicht egal sein. Wenn sein Speicher aber im Rahmen eines staatlichen Programms gefördert wurde, muss es ihn interessieren. Denn diese Programme sind in der Regel mit einer Begrenzung der Einspeiseleistung verbunden. Auf gut Deutsch: Irgendwann ist Schluss mit Einspeisen ins Netz. Dann wird die Anlage abgeregelt, und Geld gibt es auch nicht mehr. Das ist natürlich ärgerlich. Die gute Nachricht: durch ein Lademanagement können diese Abregelungen auf ein Minimum reduziert werden. Dafür bietet SENEC zwei Lösungen an:

Da ist zum einen das so genannte Peak Shaving, das man mit „Gipfel abtragen“ übersetzen kann. Ist das Peak Shaving aktiviert, ändert sich das Energiemanagement und die Rangfolge der Beladung. Ist der Strombedarf im Haus aus der PV-Anlage gedeckt, speist du erstmal ins Netz ein, anstatt den Speicher vollzuladen. Hast du so viel Strom eingespeist, dass die zulässige Einspeisemenge erreicht ist und die Abregelung beginnen würde, nimmt der Speicher den Strom auf, der sonst verloren gehen würde. Die dynamische Einspeisebegrenzung beginnt erst dann, wenn der Speicher voll ist und die Sonne weiter scheint. Du kannst selbst entscheiden, wie viel Akkukapazität du dafür vorsiehst und bis zu welcher Uhrzeit das Peak Shaving laufen soll. Durch das Peak Shaving geht deutlich weniger Strom verloren. Das ist gut für dich als Hausbesitzer, die Umwelt und das Stromnetz.

 

Eine andere Möglichkeit ist das prognosebasierte Laden. Vereinfacht gesagt plant das System die Beladung des Speichers danach, wann und wie lange die Sonne scheinen wird. SENEC nutzt dazu aber nicht nur allgemeine Wetterdaten, sondern auch standortspezifische Erzeugungsprognosen. Das heißt, wir wissen wie viel Strom du voraussichtlich wann erzeugen wirst. Das wird dann mit den Verbrauchsdaten abgeglichen und der Speicher wird so geladen, dass du möglichst viel Strom selbst nutzen oder einspeisen kannst. Auch dabei gilt es, die abgeregelte Strommenge so klein wie möglich zu halten. Das prognosebasierte Laden ist genauer als das Peak Shaving, da es auf Daten beruht, die wirklich genau deine Anlage betreffen.

Es lohnt sich auf jeden Fall, Einspeisen und Laden intelligent zu steuern. Denn sauberen und günstigen Solarstrom nicht zu nutzen, ist für alle die schlechteste Lösung.

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Dieser schöne Gipfel bleibt wie er ist und behält seine Spitzen. Bei der Solarstromerzeugung kann es sich aber lohnen, die Spitze abzutragen.

Foto: Mamun Srizon / Unsplash

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ÜBER DEN AUTHOR

Dr. Stefan Dietrich

Seit 2005 in Sachen Kommunikation für Erneuerbare Energien unterwegs und nach wie vor mit Begeisterung dabei. Bei SENEC zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, und ab und an auch fürs Bloggen. Auch privat viel online, aber eher lesend und darüber nachdenkend. Ich äußere mich ja dienstlich schon den ganzen Tag ;-)