Batterien: funktioniert das Recycling?

Wer sich eine Photovoltaik-Anlage und einen Stromspeicher anschafft, möchte unter anderem etwas für die Umwelt tun. Daher spielt das Thema Recycling für viele Hausbesitzer eine Rolle, die sich überlegen, sich selbst mit Solarstrom zu versorgen. Du möchtest ja nicht nur unabhängig werden von steigenden Strompreisen, sondern auch etwas für Umwelt und Klima tun. Da stellst du dir natürlich die Frage, was irgendwann mit den alten Batterien geschieht. Leider wird in den (Sozialen) Medien immer wieder vieles dazu gesagt, was nicht zutrifft. Lassen wir daher den Fachmann zu Wort kommen: Christoph Hagelüken vom weltweit größten Batterierecycling-Unternehmen Umicore drückt es im Gespräch mit dem Fachmagazin pv magazine so aus: „Das Recycling funktioniert und ist auch bereits in der Praxis implementiert“.

 

Das Recyceln von Lithium-Ionen-Batterien funktioniert

 

Als problematisch beim Wiederverwerten der Speicher werden in erster Linie die Batterien selbst angesehen. Dabei stimmt auch das nicht: Es ist nicht nur technisch möglich, die Batterien zu recyceln, sondern wird auch tatsächlich getan. In Deutschland alleine gibt es sechs Recyclingbetriebe für Lithium-Ionen Akkus, und mit der weiteren Verbreitung von Stromspeichern und Elektroautos werden es sicherlich noch mehr werden. Ohne euch jetzt mit technischen Details langweilen zu wollen: Das gegenwärtig angewandte Verfahren ermöglicht es, mehr als 95 Prozent der in den Batterien enthaltenen Metalle Nickel, Kupfer und Kobalt wiederzugewinnen, allesamt Wertstoffe. Und auch mehr als 50 Prozent des Lithiums kann bereits zurückgewonnen werden. Das ist angesichts der geringen Mengen an Batterien, die bislang tatsächlich der Entsorgung zugeführt werden, noch nicht wirtschaftlich, und Lithium ist auch alles andere als selten. Der Abbau dieses Leichtmetalls hat aber Folgen für die Umwelt, daher ist die Wiedergewinnung ökologisch geboten. Mit steigenden Rücknahmemengen zum Recyceln wird sie auch wirtschaftlich interessanter. Überhaupt sorgt die Erwartung deutlich steigender Mengen an Lithium-Ionen-Batterien vor allem durch den Durchbruch der E-Mobilität für umfangreiche Aktivitäten in Sachen Recycling. Weltweit arbeiten Forschungsinstitute und Unternehmen an neuen und weniger energieintensiven Verfahren für die Wiedergewinnung der Rohstoffe aus Stromspeichern und den dort verbauten Batterien. Sorgen wegen steigender Rücknahmemengen müssen wir uns also auch dann nicht machen, wenn die Elektromobilität endlich vorankommt und Altbatterien aus Elektrofahrzeugen in nennenswerten Mengen anfallen.

 

Was muss ich als Betreiber tun?

 

Zuerst einmal ist es noch ein bisschen hin, bis du dir diese Frage stellen musst. Stromspeicher sind langlebige Anlagen, und bei SENEC kannst du bis zu 20 Jahren Garantie auf deinen Batteriespeicher bekommen. Irgendwann wird es aber soweit sein.

Da kannst du dich aber ganz entspannt zurücklehnen. Die Pflicht zur Rücknahme und zum Batterie-Recycling liegt laut Batteriegesetz (BattG) beim Vertreiber und Hersteller. Als Vertreiber der Batterien ist SENEC verpflichtet, die Alt-Akkus kostenfrei zurückzunehmen. Wir geben sie dann den Hersteller zurück, der die wertvollen Rohstoffe wiederum möglichst wiederverwerten muss. Das ist vom Prinzip her nicht anders als bei den kleinen Batterien und Akkus, die du an den Supermarktkassen zurückgeben kannst (und musst, denn Batterien und Akkus dürfen nicht in den Hausmüll geworfen werden). Sollte also irgendwann der Austausch der Batterien anstehen, oder ein ganz neues Speichersystem installiert werden, nehmen wir die Batterien zurück und übergeben sie an den Hersteller, der sie dann wiederum über Vertragspartner der Wiederverwertung zuführt.

Wie bei allen anderen Sekundärrohstoffen, wie es in der Sprache der Entsorgungs-Branche so schön heißt, gilt auch hier: Das Recycling ist machbar, hängt aber immer auch davon ab, wie viel an Akkus wieder eingesammelt werden kann. Bei Stromspeichern sollte das aber keine Schwierigkeit sein, denn wer sie nutzt, denkt an die Umwelt.

Und was die etwas ferner Zukunft angeht, wissen wir jetzt noch nicht, ob sich neue Technologien durchsetzen und Batterien dann ohne Kobalt und andere Stoffe auskommen. Geforscht wird auf jeden Fall viel daran. Bei der Entwicklung neuer Akkus spielen Wiederverwertbarkeit und Ressourceneffizienz eine große Rolle.

 

Wie läuft das Recycling bei SENEC ab?

 

Batteriemodule, die zum Beispiel ausgetauscht werden müssen, nimmt SENEC zurück und liefert sie an den Hersteller, die BMZ Group. Da wir auf Qualität „Made in Germany“ setzen, sind hier auch die Wege kurz und der Transport erzeugt keine unnötigen Emissionen, da das Unternehmen in der Nähe von Frankfurt/Main ansässig ist. Die Altbatterien lässt der Hersteller der Module dass über seinen Partner European Recycling Platform (ERP) recyceln. So werden nicht nur Kunststoff und Metall, sondern auch Stoffe wie Nickel oder Kobalt wiedergewonnen. Die von ERP gesammelten Batterien werden laut dem Erfolgsbericht des Unternehmens zu 100 Prozent stofflich verwertet.

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ÜBER DEN AUTHOR

Dr. Stefan Dietrich

Seit 2005 in Sachen Kommunikation für Erneuerbare Energien unterwegs und nach wie vor mit Begeisterung dabei. Bei SENEC zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, und ab und an auch fürs Bloggen. Auch privat viel online, aber eher lesend und darüber nachdenkend. Ich äußere mich ja dienstlich schon den ganzen Tag ;-)