Frau sitzt mit dicker Decke umwickelt vor einer kalten Gasheizung.
Johannes Ruf

Johannes Ruf

Verbot von Gasheizungen: Was muss ich beachten?

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Fossile Brennstoffe werden knapper – und gleichzeitig gelingt es uns nur mühsam, den Ausstoß von CO2 und damit die Klimaerwärmung zu bremsen. Diese Erkenntnis hat schon vor Jahren viele Bundesländer dazu bewogen, in den Ausbau alternativer Energiequellen zu investieren. Um das gemeinsame Ziel der Klimaneutralität bis 2045 weiter voranzutreiben, stand unter anderem ein Verbot von Gas- und Ölheizungen in Wohngebäuden auf der Agenda der Bundesregierung. 

Ein geplantes Verbot ab 2023 ist vorerst gekippt, und noch gibt es keine konkreten Informationen über das weitere Vorgehen. Umso größer ist die Ungewissheit bei Hausbesitzer:innen. Lohnt es sich, in eine neue Gastherme zu investieren? Haben Gas- und Ölheizungen überhaupt eine Zukunft?

In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige zum aktuellen Stand und welche Alternativen es zur Gasheizung gibt. 
 

Was bedeutet ein Verbot für meine Gasheizung? 

Hausbesitzer:innen, die ihr Haus aktuell mit einer Gastherme beheizen, machen sich angesichts der Diskussionen um ein Verbot von Gasheizungen natürlich Gedanken:

Muss ich demnächst meine Gasheizung rausreißen?

Muss ich auf eigene Kosten eine alternative Heizungsanlage installieren lassen?

Welche Sanktionen drohen mir, wenn die Gesetze so kurzfristig in Kraft treten, dass sich sie finanziell nicht umsetzen kann?

Eine neue Heizungsanlage ist eine Investition, die sich nicht jeder ad hoc leisten kann. Insbesondere in Zeiten, in denen die Kosten in fast allen Lebensbereichen steigen, ist die Verunsicherung groß.
 

Eine Person öffnet die Geldbörse direkt vor der Heizung. In der Geldbörse sind nur ein paar wenige Cent-Stücke.

Wie wahrscheinlich ist ein Verbot von Gasheizungen wirklich? 

Auch wenn das Verbot aktuell noch nicht umgesetzt wird, ist es wahrscheinlich, dass ein entsprechendes Gesetz über kurz oder lang kommen wird. So hat die Ampel-Regierung bereits in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, dass jede neue installierte Heizung zu mindestens 65 % erneuerbare Energien nutzen muss. 

Allerdings beziehen sich die Verbotsforderungen immer auf Neuinstallationen.

Öl- und Gasheizungen, die bereits in Betrieb sind und jünger als 30 Jahre sind, können auch dann weiter betrieben werden, wenn ein Verbot in den kommenden Jahren umgesetzt wird. 

Sind Gasheizungen ab 2025 verboten?

Zwar hatten SPD und Grüne in ihrem Sofortprogramm ein Verbot von neu installierten Gasheizungen ab 2024 gefordert. Nach aktuellem Stand kommt das Verbot aber nun weder 2024 noch 2025.

Die Pläne zu einem generellen Öl- und Gasheizungsverbot seien in dieser Form noch nicht umsetzbar, erklärte das Wirtschafts- und Bauministerium dazu in einem Schreiben. Stattdessen setzt die Regierung darauf, Alternativen für die Gasheizung attraktiver zu machen. 

Wie lange darf ich meine Gasheizung noch betreiben?

Für Hauseigentümer:innen, die aktuell eine Öl- oder Gasheizung in ihrem Haus haben, greift heute das Gebäudeenergiegesetz. Dieses besagt, dass Öl- und Gasheizungen, die bis zum vermeintlichen Stichtag am 01. Januar 2024 installiert wurden, nach spätestens 30 Jahren ersetzt werden müssen. Von der Vorgabe ausgenommen sind Brennwert- und Niedertemperaturkessel. 
 

Ein Installateur testet gerade eine neu eingebaute Heizung mit einem Messgerät.

Wann müssen Gasheizungen ausgetauscht werden?

Eine gesetzliche Vorgabe für den Austausch alter Gasheizungen gibt es nur im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes. Angesichts der steigenden Rohstoffpreise sollten Sie aber vielleicht nicht immer 30 Jahre warten, bis Sie die bestehende Gasheizung durch eine effizientere Alternative wie eine Wärmepumpe ersetzen.

Ein Energieberater kann Ihnen helfen, herauszufinden, ob sich der Wechsel jetzt schon lohnt und welches Heizsystem für Ihr Haus das beste ist. In vielen Bundesländern wird diese Beratung sogar mit entsprechenden Programmen gefördert. 

Haben Gasheizungen noch Zukunft?

Ob das Gasheizungsverbot in einer absehbaren Zeit kommt oder nicht: Betreiber*innen von Gasheizungen sollten sich Gedanken zu Alternativen machen. Selbst wenn es nicht zu einem allgemeinen Verbot kommt, ist dennoch absehbar, dass sich die Lage auf dem Gasmarkt nicht so schnell entspannen wird.
 

Ein verknotetes Gasrohr zeigt bildlich die Anspannung auf dem internationalen Gasmarkt und damit verbundenen zukünftige Engpässe.

Zudem ist bei älteren Anlagen nicht sicher, ob sie in Zukunft noch gewartet oder repariert werden können. Es gibt also keinen Grund, sofort umzusteigen – aber mit Blick auf die Zukunft es ist sinnvoll, sich ausführlich zu informieren und ggf. schon Geld für eine neue Heizungsanlage zurückzulegen
 

Warum sollen Gasheizungen verboten werden?

Laut Klimaschutzgesetz will die Bundesregierung bis zum Jahr 2045 Klimaneutralität in Deutschland herstellen. Um dieses ambitionierte Ziel zu erreichen, sind jährliche Minderungsziele festgelegt worden mit der Perspektive, ab 2050 eine negative Emission zu erreichen.

So sollen die Emissionswerte bis 2030 bereits um 65 % gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 sinken. Die verschärfte Novelle des Klimaschutzgesetzes ist Mitte 2021 in Kraft getreten – und noch im selben Jahr hat Deutschland sein selbstgestecktes Klimaziel bereits verfehlt. 
 

Zu hohe Emissionswerte im Gebäudesektor durch Gas- und Ölheizungen

Schuld an der Verfehlung der Klimaziele waren vor alle die Bereiche Verkehr und Gebäude: Hier wird nach Erkenntnissen der Bundesregierung immer noch zu viel CO2 ausgestoßen. Im Gebäudesektor lag die CO2-Emission ganze 2 Millionen Tonnen über den erwarteten Werten. Dieser Umstand hat die Diskussion um ein Verbot von Gasheizungen in Wohngebäuden ursprünglich angestoßen. 

Das Klimaschutzgesetz nimmt an dieser Stelle die einzelnen Ministerien in die Pflicht, Sofortprogramme zu entwickeln. So gab es schon im April 2022 erste Entwürfe, in denen ein Verbot für die Neuinstallation von Öl- und Gasheizungen Thema war.

Ziel ist es, bis Ende 2022 ein vollständiges und bundesweit einheitliches Klimaschutz-Sofortprogramm abzuschließen, damit die Maßnahmen ab 2023 greifen. Je nachdem, wie das Programm letztendlich ausformuliert wird, könnte dies auch bedeuten, dass neue Gasheizungen bereits ab 2023 verboten werden. 
 

Hand bewegt das Gasventil zu.

Verbot der Gasheizung in den Parteiprogrammen 

Auch wenn es noch kein einheitliches und gemeinsames Konzept für das Sofortprogramm gibt, haben einige Parteien das Verbot von Gasheizungen bereits explizit in ihren Maßnahmenkatalog aufgenommen. 

Insbesondere die SPD und die Grünen nehmen klar Stellung zum geplanten Verbot von Öl- und Gasheizungen. „Wir müssen die Art und Weise, wie wir unsere Häuser beheizen, verändern“, forderte Bauministerin Clara Geywitz (SPD).

Im Sofortprogramm der SPD, das die Partei zusammen mit dem Wirtschaftsministerium von Robert Habeck (Grüne) aufgestellt hat, wird klar gefordert, dass schon 2024 keine neuen Gasheizungen mehr eingebaut werden sollen.

Allerdings warnt Habeck gleichzeitig vor einem vorschnellen Ausstieg aus dem Gas. Zunächst müssten beispielsweise noch bessere Voraussetzungen für eine effiziente Gebäudedämmung geschaffen werden.  
 

Welche Alternativen zur Gasheizung gibt es?

Ganz gleich, ob Sie ein Verbot von Gasheizungen fürchten, ob Ihre alte Gasheizung nicht mehr effizient arbeitet oder ob Sie unabhängiger von steigenden Rohstoffpreisen werden wollen: Es gibt viele Gründe, über eine Alternative zur Gasheizung nachzudenken. 

Die vielleicht beliebteste Technologie ist die Installation einer elektrisch betriebenen Wärmepumpe. Wärmepumpen gewinnen ihre Energie aus der Umgebung – je nach Bauweise aus dem Erdreich, dem Grundwasser und/oder der Luft.

Die Pumpe selbst läuft mit Strom – daher ist eine Wärmepumpe die ideale Ergänzung zu einer Solaranlage mit Stromspeicher. Anbieter von ganzheitlichen Energielösungen wie SENEC schaffen auf diese Weise die Möglichkeit, zum Solarstrom-Eigenversorger zu werden.

So wird die Diskussion um das Verbot von Gasheizungen weniger bedrohlich – und die Energieversorgung nachhaltiger, günstiger und zukunftsfähiger.  

 

 

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