Sascha Beverungen

"Wir haben erfolgreich ein umfangreiches Zertifizierungsportfolio mit dem TÜV Rheinland durchgeführt."

In der Energiebranche ist die LFP-Technologie ein großes Thema. Die SENEC bringt mit den beiden neuen Speichern SENEC.Home P4 und SENEC.Home E4 zwei reine LFP-Speicher auf den Markt. Im Gespräch mit Sascha Beverungen, Director Product Management bei SENEC, klären wir, welche Verbesserungen durch den Einsatz von LFP-Akkus zu erwarten sind, welche Testergebnisse der TÜV Rheinland in Bezug auf die Sicherheit liefert, wie es mit den Kosten und der Wirtschaftlich aussieht und Vieles mehr.

Frage 1:

Die LFP-Technologie wird in der Energiebranche derzeit vielseitig diskutiert. Wie neu ist die LFP-Technologie tatsächlich?

Sascha: Die Idee, Eisenphosphat als Elektrodenmaterial zu verwenden, entstand 1997, 12 Jahre nach der Entwicklung der ersten kommerziellen Lithium-Ionen-Batterie. In den ersten Jahren war die geringe Energiedichte der Lithium-Eisenphosphat-Zellen ein Problem, aber durch technische Anpassungen gelang es im Laufe der Jahre, diese zu steigern. Lag die Energiedichte von LFP-Akkus 2015 noch bei etwa 140 Wh/kg, beträgt sie heute bis zu 210 Wh/kg. Durch die Weiterentwicklung qualifizierten sich LFP-Akkus Anfang der 2020er-Jahre auch für den Einsatz in Elektroautos und stationären Stromspeichern für private Haushalte.
 

Frage 2:

Mit den neuen LFP-Speichern E4 und P4 entfernt sich SENEC vollständig von der NMC-Technologie. Welche Verbesserungen können durch den Einsatz dieser Technologie erwartet werden?

Sascha: Die LFP-Technologie bietet eine höhere Zyklenfestigkeit und somit eine erhöhte Langlebigkeit. Ein weiterer entscheidender Punkt ist die höhere thermische und chemische Stabilität. So entsteht höchste Sicherheit und eine damit verbundene sorgenfreie Nutzung für die Kundinnen und Kunden. Am Ende ist die LFP-Technologie nachhaltiger, leichter recyclebar und hinterlässt einen geringerer „Fußabdruck“. 

Ein Monteur stellt den Stromspeicher an eine ideale Stelle des Wohnbereichs, wo genug Luftzirkulation und Belüftung herrscht.
Frage 3:

Gibt es schon Testergebnisse in Bezug auf die Sicherheit der neuen SENEC-Speicher? Von wem wurden die Tests durchgeführt?

Sascha: Wir haben erfolgreich ein umfangreiches Zertifizierungsportfolio mit dem TÜV Rheinland durchgeführt. Das umfasste 29 Zertifizierungen für den E4 und 21 geplante Zertifizierungen für den P4. Die Tests zeigten beste Ergebnisse. 

Frage 4:

Bleiben die bisher bestehenden Lösungen zur Überwachung der Speicher bestehen, um die Leistung und Zuverlässigkeit von den neuen SENEC-Speichern sicherzustellen?

Sascha: Für SENEC ist die Sicherheit der Stromspeichersysteme nicht verhandelbar. Die Learnings der letzten Jahre finden direkte Anwendung bei der Entwicklung der neuen Speichersysteme. Die Speicher haben ein Umfassendes Sicherheitskonzept, von der Zellebene bis zur Überwachung mit KI in unseren Backend Systemen. 
 

Frage 5:

Thema Kosten: Werden sich die Anschaffungskosten, Installationskosten und Wartungskosten für die neuen SENEC-Speicher verändern?

Sascha: Vergleicht man LFP vs. NMC, dann stellt man fest, dass LFP eine tendenziell günstigere Speichertechnologie im Vergleich zu NMC ist. LFP befähigt uns, dem momentanen Preisdruck am Markt erfolgreich zu begegnen. Bei den Installationskosten aus Systemebene bleiben wir vergleichbar mit NMC-Systemen. Die Batteriesysteme sind prinzipiell wartungsfrei. Eine regelmäßige Kontrolle reicht in der Regel, unabhängig von der Zellchemie.

Frage 6:

Thema Wirtschaftlichkeit: Die verbauten LFP-Akkus versprechen einige Vorteile wie die hohen Be- und Entladeströme. Senken sich dadurch auf Kundenseite die Energiekosten und steigt die Unabhängigkeit vom öffentlichen Netz und bei Stromausfällen?

Sascha: Anders als beim Elektroauto sind hohe Lade- und Entladeströme für unsere Einsatzfelder nicht so wichtig wie die Zyklenfestigkeit. Die Energiekosten senken wir dadurch, dass der Speicher öfter geladen und entladen werden kann, als eine NMC-basierte Lösung. Dadurch reduzieren sich die Kosten pro gespeicherter kWh deutlich. Zusätzlich hat der Kunde Reserve für neue Anwendungsfälle in denen z. B. im Winter der Stromspeicher aus dem Netz geladen werden kann, wenn gerade ein hoher Anteil sauberer und günstiger Energie verfügbar ist und damit ganztägig das Haus versorgt werden kann.

Modernes Haus mit Solarmodulen zur Stromerzeugung.
Frage 7:

Thema Nachhaltigkeit: Wie umweltfreundlich sind die neuen SENEC-Speicher?

Sascha: LFP-Akkus haben eine höhere Zyklen-Lebensdauer was darin resultiert, dass der Speicher länger genutzt werden kann und über sein Leben mehr Energie speichern kann. Das bedeutet im Endeffekt, dass unsere LFP-Speicher einen Beitrag für den nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen leisten.

Frage 8:

Thema Installation: Sind die neuen LFP-Batteriespeicher mit allen vorhandenen oder geplanten Solaranlagen kompatibel?

Sascha: Unsere Speicher bieten wir prinzipiell sowohl als Hybrid- als auch als AC-Variante an. Die Hybrid-Variante beinhaltet den PV-Wechselrichter und sie ist die beste Wahl, wenn man eine neue Anlage baut. Die AC-Variante kann bestehende Anlagen ergänzen, sie ist mit dem Hausnetz verbunden, lädt bei Strom-Überschuss und stellt Energie zur Verfügung, wenn normalerweise Strom aus dem Netz verbraucht würde. Sie ist die Wahl bei der Nachrüstung eines PV-Speichers.
 

Frage 9:

Thema Zukunft: Einige Fachexperten sind der Meinung, dass LFP-Batterien zwar bestimmte Vorteile bieten, aber in Bezug auf Energiedichte und Leistung noch Raum für Verbesserungen besteht. Gibt es möglicherweise schon weitere Fortschritte hinsichtlich der Materialforschung und Batterietechnik, welche die Leistungsfähigkeit von LFP-Batterien in Zukunft verbessern könnten?

Sascha: Die LFP-Technologie wird intensiv aus dem Automotive Umfeld weiterentwickelt. Höhere Laderaten und Kapazitäten wurden letztes Jahr angekündigt. So kann man in einem E-Auto zukünftig 1000 km mit einer Ladung fahren und 600 km Reichweite in 10 Minuten nachladen. Hierzu kommen neue Chemiearten wie zum Beispiel LMFP (LFP mit Mangan) welche die Energiedichte weiter erhöht. Hier erwartet man knappe 15 - 20% mehr Energie im selben Footprint
 

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