Zwei Feuerwehrleute löschen ein großes Feuer, das von einem Stromspeicher ausgeht.

Stromspeicher in Solaranlagen: Wie hoch ist die Brandgefahr wirklich?

FacebookTwitterLinkedinEmail

Photovoltaikanlagen mit Stromspeicher werden immer beliebter in privaten Haushalten – schließlich bieten sie die Möglichkeit, sich effizient und kostengünstig mit selbst erzeugtem Strom zu versorgen. Setzt man sich näher mit diesen Systemen auseinander, hört man neben den vielen Vorteilen aber auch immer wieder von der Brand- oder Explosionsgefahr, die von Batteriespeichern ausgeht.

Sind Stromspeicher wirklich ein Risiko? Und warum können die Speicher überhaupt Feuer fangen? 

In diesem Beitrag beantworten wir Ihre Fragen rund um mögliche Risiken von PV-Speichern und geben Tipps, wie Sie Ihren Speicher sicher betreiben und wie Sie im Ernstfall handeln sollten.
 

Ursachen: Warum können Stromspeicher Feuer fangen?

Photovoltaik-Stromspeicher enthalten mehrere Batterieblöcke mit hohen Lade-Kapazitäten, damit sie den durch die PV-Anlage erzeugten Strom speichern können. Und genau wie bei allen batteriebetriebenen Geräten liegt hier das Brandrisiko: Sind die Akkus zu alt, beschädigt oder fehlerhaft installiert, können sie sich erhitzen und Feuer fangen. 

Allerdings ist das Risiko minimal – in etwa vergleichbar mit der Wahrscheinlichkeit, dass der Akku des täglich genutzten Smartphones plötzlich in Flammen aufgeht. 

Die minimale Brandgefahr bei Smartphones lässt die meisten von uns also ganz bedenkenlos im Alltag mit dem Gerät interagieren. 
 

Vor einer Stadtszene sieht der Betrachter eine Hand, die ein Smartphone benutzt. Die tägliche Szene zeigt, wie wenig Angst Nutzer haben, dass das Handy plötzlich anfängt zu brennen.

So entsteht ein Akkubrand

Ein Akkubrand entsteht durch eine Kettenreaktion, die meist durch Verschleiß, mechanische Schäden oder falsche Handhabung ausgelöst wird. Viele Elektrogeräte und die meisten modernen Stromspeicher verwenden Lithium-Ionen-Akkus, da diese besonders langlebig und effizient sind. Dass die Lithium-Ionen-Akkus auf kleinstem Raum große Mengen Energie speichern, birgt aber die erwähnte Brandgefahr.

Ist eine Batterie beschädigt oder überlastet, kann sie unter diesen Umständen die gespeicherte Energie nicht mehr kontrolliert abgeben, sondern setzt sie innerhalb kurzer Zeit in Form von Wärmeenergie frei. Die schadhafte Stelle heizt sich zu schnell auf und strahlt die übermäßige Hitze an die umliegenden Zellen aus.

Es kommt zu einem sogenannten „Thermal Runaway“, bei dem eine nicht kontrollierbare, thermische Kettenreaktion ausgelöst wird. Diese Kettenreaktion läuft innerhalb weniger Sekunden ab und lässt Temperaturen von mehreren hundert Grad entstehen: Der Akku fängt Feuer.

Bedingungen, die einen Akkubrand begünstigen:

  • Mechanische Beschädigung des Akkus, z. B. Risse oder Dellen
  • Mechanische Schäden am Speicher, etwa durch Umkippen oder Herausfallen aus der Wandhalterung 
  • Große thermische Belastungen durch hohe Umgebungstemperaturen starke Temperaturschwankungen
  • Verschleiß oder überschrittene Lebensdauer der Akkuspeichers

 

Besteht ein erhöhtes Brandrisiko bei Heimspeichern?

Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass die Brandgefahr von Photovoltaik-Speichern sehr gering ist. Laut einer 2019 veröffentlichten Studie des Fraunhofer Institutes  wurden bei 130.000 installierten Anlagen 10 Brände dokumentiert, von denen ein einziger Fall mit einem Blei-Akku in Zusammenhang stand. 

Die folgende Grafik vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE verdeutlicht diesen Zusammenhang sehr bildlich:

Die Grafik zeigt, dass bei 130.000 installierten Stromspeichern bei nur 10 Stromspeichern ein Brand dokumentiert wurde.

Kauft man einen qualitativ hochwertigen Speicher und lässt diesen fachgerecht installieren und warten, sinkt das Brandrisiko noch weiter. Zudem sorgt die rasant steigende Nachfrage an Speichertechnologien dafür, dass auch Sicherheitssysteme immer weiter entwickelt werden.

Maßnahmen wie eine doppelte elektrische Isolierung der Batterien, ein Rückstromschutz, eine integrierte Fehlerstromüberwachung sowie integrierte DC-Trennschalter zählen bei Qualitätsprodukten heute zum Standard. 

Unterm Strich kann man sagen: Wenn ein PV-Speicher von hoher Qualität professionell geplant und installiert wird und wenn die Wartungsfristen eingehalten werden, ist das Brandrisiko nicht höher als bei jedem anderen akkubetriebenen Gerät.

Informieren Sie sich vor dem Kauf eines Geräts, ob es über ein integriertes Sicherheitssystem und eine entsprechende Monitoring-Software verfügt, damit ein fehlerfreier Betrieb gesichert ist.
 

Was tun, wenn der Stromspeicher doch Feuer fängt?

Tritt doch einmal der Ernstfall ein, sollte Ihre erste Handlung immer der Anruf bei der Feuerwehr (Telefonnummer 112) sein. Informieren Sie weitere Bewohner und verlassen Sie sofort das Haus – unternehmen Sie auf keinen Fall selbst Löschversuche.

Akkus brennen unkontrolliert und können im Ernstfall sogar explodieren. Zudem können sich giftige Gase bilden, vor deren Auswirkungen Sie nur eine spezielle Schutzausrüstung bewahren kann.  

Wenn es die Brandentwicklung zulässt, sollten Sie die Stromversorgung des Speichers abschalten. Wenn Sie nicht wissen, wo sich der Notschalter am Speicher befindet, können Sie auch den Hauptschalter am Sicherungskasten umlegen.

Um eine zu schnelle Rauchentwicklung zu verhindern, sollten Bewohner nach dem Verlassen des Brandraumes die Türen schließen und sich in Sicherheit bringen, bis die Feuerwehr eintrifft. 
 

Innenansicht eines Hausflurs mit klar gekennzeichnetem Notausgang.

Wie lässt sich das Brandrisiko minimieren? 

Um die Brandgefahr bei Stromspeichern zu minimieren, sind eine professionelle Installation und der korrekte Betrieb des Speichers wichtig. Die nachfolgenden Sicherheitsmaßnahmen helfen Ihnen dabei.

1. Stromspeicher von Profis planen und installieren lassen

Die Auswahl des richtigen Speichers und den Anschluss sollten Sie einem Profi überlassen. Nicht immer sind die Akkus die Ursache für einen Brand – auch falsche Verkabelung oder Konfiguration können zu Unfällen führen. 

2. Den richtigen Standort wählen

Lassen Sie sich von Ihrem Installateur zum richtigen Standort beraten, damit der Speicher ausreichend Abstand zu den Wänden und anderen elektrischen Geräten hat. Wichtig ist eine möglichst konstante Umgebungstemperatur bei geringer Feuchtigkeit und ausreichender Belüftung. Daher eignen sich trockene Kellerräume, Heizungs- und Hauswirtschaftsräume oft am besten. 

Hier erhalten Sie mehr Tipps für den optimalen Stromspeicher-Standort

3. Den Stromspeicher sichern

Standgeräte sind etwas sicherer als wandmontierte Speicher, da diese bei falscher Montage aus ihrer Wandhalterung fallen können. Wenn ausreichend Platz vorhanden ist, sollten Sie über Sicherheitsverschalungen nachdenken, um im Fall eines Akku-Defektes die Ausbreitung eines Brandes zu verhindern.

4. Smarten Stromspeicher wählen

Wählen Sie einen smarten Speicher, der Sie per App oder über ein Online-Portal über anstehende Wartungen oder Sicherheitsrisiken informiert. Smarte Geräte können oft sogar per Fernzugriff gewartet werden – so müssen Sie nicht warten, bis Ihr Installateur vorbeikommt. 
 

Ein Mann kontrolliert mit Hilfe einer App den Status seines Stromspeichers. Das clevere Frühwahrnsystem gibt ihm Sicherheit.

Gibt es clevere Frühwarnsysteme?

Seit der Installation der ersten PV-Anlagen mit Stromspeicher wurden kontinuierlich neue Technologien entwickelt, um die Batteriesicherheit zu erhöhen und Sicherheitsrisiken von PV-Speichern zu reduzieren.

Heute sorgen integrierte Schutzkonzepte wie SENEC.SmartGuard dafür, dass die Heimspeicher im Betrieb kontinuierlich überwacht und auch geringe Abweichungen sofort erkannt werden. Wird eine solche Unregelmäßigkeit als potenziell bedrohlich erkannt, wird die Anlage automatisch abgeschaltet und eine manuelle Prüfung durchgeführt.

Ein positiver Nebeneffekt dieses Monitorings: Durch die optimierten Betriebsabläufe verlängert sich die Lebensdauer des Akkus
 

Fazit: Wie sicher sind Stromspeicher in Solaranlagen?

Vereinzelte Berichte über brennende Stromspeicher gibt es immer wieder – die Statistik zeigt aber deutlich, dass eine Sorge vor Akkubränden nahezu unbegründet ist. Das wird umso deutlicher, wenn man sich bewusst macht, dass in Deutschland mittlerweile knapp 400.000 Stromspeicher in Betrieb sind.

Dank innovativer Technologien und smarter Sicherheitskonzepte gelten Stromspeicher heute als ausgesprochen sicher. Eine fehlerhafte Installation oder minderwertige Batterien können das Risiko eines Batteriebrandes steigern: Umso wichtiger ist es, dass Sie bei Kauf und Installation Ihres Speichersystems auf Qualität achten.
 

Weitere interessante Beiträge für Sie

Photovoltaik-Speicher nachrüsten: Worauf muss ich achten?
Ein Installateur rüstet einen Photovoltaik-Speicher nach.

Was ist zu beachten, wenn Sie einen Stromspeicher nachrüsten möchten? Hier erfahren Sie es.  

Aufstellungsort für Stromspeicher: Tipps für den optimalen Standort
Ein moderner Stromspeicher im Wohnbereich eines modernen Hauses.

Was müssen Sie beachten für einen sicheren und effektiven Betrieb? 

Recycling und Entsorgung von Photovoltaikanlagen
Person berührt Photovoltaikanlage

Kann man PV-Anlagen und Solarzellen recyceln? Sind Solarmodule Sondermüll? Und was kostet die...