Drei Handwerker in blauen Latzhosen halten ein großes Schild hoch, auf dem Marketing für Handwerker steht.

Marketing fürs Handwerk: Kund*innen gewinnen und halten mit Online-Marketing

Die Zeiten, in der eine Anzeige in der Regionalzeitung als Werbemaßnahme ausreichte, sind vorbei: Heute sind auch Kund*innen der älteren Generation online unterwegs, wo sie nach Produkten und Dienstleistungen suchen, Preise vergleichen und Kundenbewertungen lesen. 

Wer neue Kund*innen gewinnen und bestehende halten möchte, sollte also online präsent sein. Aber wie schafft man das bei vollen Auftragsbüchern und ohne das nötige Know-how? In diesem Beitrag liefern wir grundlegende Tipps, worauf es beim Marketing im Handwerk ankommt, wie Sie am besten loszulegen und wie Sie auch ohne großes Budget online mehr Aufmerksamkeit bekommen. 
 

6 Fragen, um die eigenen Marketing-Ziele festzulegen 

Im Handwerk ist Zeit ein knappes Gut – und allzu häufig wird das Marketing zugunsten der Kundenaufträge zurückgestellt. Das kann mit der Zeit zu Ihrem Nachteil werden – denn gerade für regional agierende Handwerksbetriebe ist das Eigenmarketing eine wichtige Investition in die Zukunft. Damit Sie Ihre Ressourcen möglichst effektiv nutzen, sollten Sie zuerst die Rahmenbedingungen festlegen: Welche Möglichkeiten haben Sie und was möchten Sie erreichen? 
 

1. Frage: Was will ich mit dem Marketing erreichen?

Marketingmaßnahmen können unterschiedliche Ziele haben. Möchten Sie Leads einsammeln, um Ihre Kund*innen im persönlichen Beratungsgespräch zu überzeugen? Den Produktverkauf ankurbeln? Oder sollen Ihr Unternehmen und Ihre Dienstleistungen in Ihrer Region bekannter werden? Ist das Ziel klar formuliert, fällt es leichter, geeignete Maßnahmen umzusetzen.

 

2. Frage: Welche Kanäle will ich nutzen?

Auf welchen Kanälen Sie werben, hängt unmittelbar damit zusammen, wie viel Geld und Zeit Sie in das Marketing investieren möchten. Ein Google-Unternehmensprofil oder ein Werbe-Mailing zum Beispiel sind schnell erstellt und brauchen relativ wenig Pflege. Für Ihren eigenen YouTube-Kanal dagegen benötigen Sie Equipment, eine Videobearbeitungssoftware und Zeit für die Planung und Umsetzung der einzelnen Videos. Zudem werden die Marketing-Kanäle von verschiedenen Personengruppen genutzt – welche Maßnahme Sie ergreifen, hängt also auch davon ab, wen Sie ansprechen wollen.
 

Praxistipp #1

Bei den meisten  Online-Marketing-Maßnahmen gilt: Qualität ist wichtiger als Quantität. Starten Sie also lieber mit einer Maßnahme – etwa mit einem Google Unternehmensprofil oder einer Facebook-Seite – und pflegen Sie diese dafür umso besser. 

3. Frage: Wen will ich ansprechen? 

Je genauer Sie Ihre potenziellen Kund*innen kennen, desto besser können Sie diese überzeugen. Dafür müssen Sie Ihre Zielgruppe nicht von Anfang an komplett ausgearbeitet haben. Machen Sie sich im ersten Schritt bewusst, ob Sie eher Privatkund*innen, Unternehmen oder Organisationen ansprechen möchten und ob Sie sich auf neue oder bestehende Kund*innen konzentrieren. Auch das Alter Ihrer Zielgruppe kann bei der Wahl der Marketingmaßnahmen eine Rolle spielen. 
 

Ein Senec-Mitarbeiter berät eine Kundin zum Thema Stromspeicher.

4. Frage: Welches Budget möchte ich einsetzen? 

Legen Sie einen groben Kostenrahmen pro Monat fest . Dabei geht es nicht nur um Ausgaben für Webdesign, Druckkosten, Marketing-Tools oder Dienstleister, sondern auch um die Arbeitsstunden, die in Ihrem eigenen Unternehmen für Planung und Umsetzung des Marketings anfallen. 
 

5. Frage: Wer ist verantwortlich für Marketingaktivitäten?

Viele Unternehmen sind nach wie vor der Meinung, dass sich das Marketing nebenbei im Arbeitsalltag erledigen lässt. Das funktioniert aber nur, wenn klar ist, wer die Aufgaben übernimmt und wenn die nötige Zeit dafür eingeplant wird. Im Idealfall gibt es im Unternehmen Mitarbeitende, die Lust haben, sich in die Aufgabe einzuarbeiten. Wenn es noch an Erfahrung mit digitalen Medien fehlt, kommt auch eine Weiterbildung zum Online-Marketing in Frage. 
Eine andere Möglichkeit ist, die Marketing-Aufgaben auszulagern, zum Beispiel an Praktikanten oder Studierende, die sich einige Stunden in der Woche um Ihr Marketing kümmern. Damit das funktioniert, ist allerdings ein regelmäßiger enger Austausch mit den Mini-Jobbern nötig – schließlich sollen sie als Teil Ihres Handwerksbetriebs kommunizieren. 
 

6. Frage: Wie prüfe ich, ob mein Marketing überhaupt funktioniert?

Ein großer Vorteil am Online-Marketing ist, dass Sie den Erfolg der jeweiligen Maßnahmen sehr gut überprüfen können. Für jede Art der Online-Präsenz gibt es spezielle Tools und Apps, mit denen sich die Zahl der Besucher*innen oder Abonnent*innen, die Anzahl an Klicks die Verweildauer auf Ihren Kanälen und viele weitere Kennzahlen messen lassen. 

  • Den Erfolg Ihrer Website können Sie zum Beispiel mit der Google Search Console messen, die für alle Nutzer*innen mit einem Google-Account kostenlos nutzbar ist. 
     

  • Facebook bietet über die „Facebook Insights“ Statistiken zu Ihren Besucherzahlen, der Anzahl an Likes und Shares und viele weitere Infos. Die Insights sind in die Facebook-Seite integriert, ein separates Tool ist nicht nötig. 
     

  • Auch auf Instagram gibt es den Insights-Bereich, in dem Sie genau sehen, wie viele Besucher*innen Ihre Posts, Videos oder Stories gesehen und geliked haben.

Die Erfolgsmessung Ihrer Marketingmaßnahmen sagt Ihnen nicht nur, ob Ihre Ideen funktionieren, sondern hilft Ihnen auch, Ihre Marketingstrategie weiterzuentwickeln. Machen Sie sich allerdings bewusst: Genau wie für die Pflege der Kanäle braucht es auch für die Erfolgsmessung und die Auswertung der Zahlen Zeit. Diese sollten Sie für Ihren Marketingverantwortlichen von Anfang an mit einplanen. 
 

Praxistipp #2

Klar möchten Sie am liebsten so viele Kund*innen wie möglich ansprechen. Den größten Erfolg hat Ihr Marketing aber, wenn Sie genau wissen, welche Gruppe sie ansprechen und was ihre Wünsche und Probleme sind. Die Zielgruppe ist sowohl ausschlaggebend für den von Ihnen genutzten Kanal als auch für die Inhalte Ihrer Marketing-Botschaft. 

Welche Marketingmaßnahmen gibt es für Handwerksbetriebe?

Viele Produkte und Dienstleistungen werden heute online gesucht und gekauft. Für Sie als Handwerksbetrieb heißt das: Wenn Sie das Interesse neuer Kund*innen gewinnen oder bestehende Kund*innen halten wollen, müssen Sie online präsent sein. Dabei kommt es nicht darauf an, möglichst alle Möglichkeiten zu nutzen, sondern eher darauf, einzelne richtig umzusetzen. 

 

Google Unternehmensprofil 

Ein Google-Eintrag (früher Google My Business) ist ideal, um Kund*innen in Ihrer Region anzusprechen, die gezielt nach bestimmten Dienstleistungen suchen. Das Google Unternehmensprofil ist kostenlos, leicht anzulegen und kann mit verschiedenen Funktionen verbunden werden, z. B. mit Ihrer Website, mit Google Maps oder einer Anruffunktion. 
 

Auf einem Mobilgerät ist die Ikone von Google My Business zu sehen. Daneben ist die Ikone von Google Ads und daneben ist die Ikone von Google.

Gut zu wissen

Je vollständiger und aktueller die Angaben in Ihrem Unternehmensprofil sind, desto höher sind die Chancen, dass das Profil bei passenden Kundenanfragen ausgespielt wird – und desto wahrscheinlicher ist es, dass Interessenten Ihr Unternehmen auswählen statt der Konkurrenz. Das heißt: 

  • Adresse, Öffnungszeiten und Produktangebot/Dienstleistungen sollten vollständig und aktuell sein.

  • Ergänzen Sie das Unternehmensprofil mit aktuellen Bildern von Ihrem Betrieb und von Ihren Leistungen und Produkten.

  • Nutzen Sie das Profil, um über aktuelle Aktionen, Rabatte oder Produktneuheiten zu informieren.

  • Behalten Sie Google-Bewertungen im Blick und reagieren Sie auf Bewertungen, Fragen und Kommentare.

Website oder Landingpage

Laut einer aktuellen Umfrage betreiben 97 % der  Handwerksbetriebe eine eigene Website – die Konkurrenz im Netz ist also groß. Gleichzeitig werden viele dieser Websites einmal erstellt und danach nicht mehr richtig gepflegt. Solche Seiten sind wenig hilfreich für die Kund*innen und werden in den Google-Suchergebnissen kaum angezeigt.
 
Je nachdem, wie viel Zeit und Budget Sie zur Verfügung haben, sollten Sie sich also überlegen, ob Sie wirklich eine komplette Website erstellen oder vielleicht erst mal nur eine Landingpage bauen – also eine einzelne Internetseite mit allen wichtigen Infos rund um Ihren Betrieb und Ihre Leistungen. Eine Landingpage ist schneller erstellt und leichter zu pflegen als eine Website. Gerade wenn Sie ohnehin möglichst früh in der Akquise das direkte Beratungsgespräch mit Ihren Kund*innen suchen, kann das die bessere Option sein.

Eine Webdesignerin plant eine Website für Handwerker und Installateure.

E-Mail-Marketing

Unter E-Mail-Marketing bzw. Newsletter-Marketing versteht man sowohl klassische Werbemails mit Rabattangeboten oder Gewinnspielen als auch regelmäßige Newsletter mit informativen Inhalten. Der Vorteil von Marketing-Mails liegt auf der Hand: Sie erreichen mit wenig Aufwand gezielt eine große Anzahl potenzieller Kund*innen. Der Nachteil ist allerdings, dass die meisten Menschen bereits mehr als genug Mails im Postfach haben. Daher werden bei weitem nicht alle Werbemails auch geöffnet und gelesen.

Auf einem Smartphone ist eine Werbe-E-Mail zu sehen, die die Verbindung zu vielen Menschen der Zielgruppe ist.

Gut zu wissen:

Bestandskund*innen oder potenzielle Kund*innen müssen erst zustimmen, dass sie E-Mail-Werbung von Ihnen bekommen möchten – ansonsten dürfen Sie keine Werbemails oder Newsletter an sie verschicken. 

Für die Erstellung und den Versand Ihrer Werbemails und nicht zuletzt für die Auswertung bietet sich ein Newsletter-Tool an – damit sparen Sie sich viel Arbeit und können sichergehen, dass Ihre Marketing-Mails datenschutzkonform sind. 

Mehr Informationen zum Thema erhalten Sie in unserem Beitrag Newsletter-Marketing für Fachbetriebe: Mit hochwertigen Mailings im Gedächtnis bleiben

Social Media

Wenn Sie Werbeanzeigen auf Facebook oder Instagram schalten, kostet das Geld – aber auch ohne Werbebudget können Sie die sozialen Medien für Ihr Marketing nutzen. Mit regelmäßigen, informativen oder unterhaltsamen Posts machen Sie Online-Nutzer*innen auf sich aufmerksam und können mit der Zeit sogar Ihr eigenes, unverwechselbares Markenimage aufbauen. Dafür eignen sich zum Beispiel: 

  • regelmäßige Posts aus dem Arbeitsalltag im Handwerk
  • Posts mit Rabattaktionen oder kleine Gewinnspiele
  • Angebote für kostenlose Beratungstermine
  • kleine Videos mit Anleitungen, Erklärungen oder hilfreichen Tipps

Je mehr Nutzer*innen Ihre Beiträge liken oder teilen, desto größer wird Ihre Reichweite – und damit Ihre Bekanntheit bei potenziellen Kund*innen. Darüber hinaus eignet sich Social Media auch, um Netzwerke oder Kooperationen mit anderen Unternehmen aufzubauen. 

Mehr Informationen und Tipps zum Thema erhalten Sie in unserem Beitrag: Social Media fürs Handwerk
 

Eine Frau im Vordergrund schaut sich einen Social-Media-Post an und interagiert mit ihm. Im Hintergrund sind weitere Menschen, die in Social-Media vertieft sind und Likes und Herzen setzen.

Praxistipp #3

Heute wie damals gilt: Das beste Marketing sind Empfehlungen von zufriedenen Kund*innen. Im digitalen Zeitalter werden Empfehlungen aber nicht mehr nur unter Bekannten ausgetauscht, sondern auch im Internet – auf Google, Facebook, YouTube und in verschiedenen Bewertungsportalen. Online-Bewertungen spielen daher eine entscheidende Rolle für Ihren Marketing-Erfolg. 

3 Tipps, mit denen Ihr Marketing noch effektiver wird

Bewertungen sammeln: Ein Großteil der Menschen, die online nach Produkten oder Dienstleistungen suchen, entscheidet sich anhand der Online-Bewertungen für einen bestimmten Betrieb. Bitten Sie zufriedene Kunden um eine positive Bewertung und bedanken Sie sich mit einem kurzen Kommentar. Wenn Kund*innen Kritik anbringen oder eine negative Bewertung geben, antworten Sie souverän und professionell – das steigert Ihre Glaubwürdigkeit. 

Kundendaten effektiv managen: Wer bestehende und potenzielle Kund*innen in einer Datenbank oder in einem CRM-System pflegt, kann Marketingmaßnahmen viel gezielter einsetzen – etwa mit einer Erinnerungsmail an Kund*innen, die ein Angebot angefragt haben, oder mit einem Geburtstags-Newsletter für Bestandskund*innen.

Authentisch bleiben: Gerade in den sozialen Medien ist Glaubwürdigkeit alles. Zeigen Sie sich und Ihren Betrieb, wie Sie wirklich sind und geben Sie zum Beispiel online praktische Tipps oder Antworten auf häufige Fragen: So werden Sie als Handwerksbetrieb noch nahbarer und helfen potenziellen Kund*innen, sich für Sie zu entscheiden.
 

Und was ist mit Offline-Marketing?

Digitale Marketingmethoden funktionieren heute in vielen Fällen effektiver als die klassische Printwerbung. Das heißt aber nicht, dass Printanzeigen, Flyer, Messeauftritte oder Werbegeschenke nicht weiterhin funktionieren. Wichtig ist vor allem, dass Sie sich bewusst machen, wo und wie Sie Ihre Zielgruppe am besten erreichen. Dabei hilft es auch, sich zu überlegen, wie Sie selbst nach Produkten oder Dienstleistungen suchen und welche Marketingmaßnahmen Sie überzeugen. 
 

Praxistipp #4

Versuchen Sie nicht, Ihre Kund*innen zu „erziehen“, sondern holen Sie die Menschen mit Ihrem Marketing dort ab, wo sie stehen – ob online oder offline. 

Fazit: Online-Marketing kann helfen, den Wettbewerb zu überholen

Viele Online-Marketingmaßnahmen sehen auf den ersten Blick nach viel Arbeit und Fachwissen aus – besonders für kleinere Unternehmen, die in der Regel keine eigene Marketingabteilung haben. Es erwartet auch niemand, dass Sie professionelle Werbekampagnen umsetzen. Wichtig ist vor allem, dass Sie die digitale Welt nicht ignorieren, sondern anfangen, sie zu Ihrem Vorteil zu nutzen. SENEC unterstützt Sie dabei nicht nur mit hilfreichen Tipps hier im Fachpartner-Magazin, sondern bietet Ihnen auch andere Marketing-Tools wie den SENEC.Webshop und praktische Vorlagen für Marketing-Mails, Blogbeiträge und vieles mehr. 
 

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