Förderprogramme für Stromspeicher

Batteriespeicher für Privathaushalte sind eine vergleichsweise junge Technologie, die außerdem eine gewisse Investition erfordert. Um den sinnvollen und für die weitere Verbreitung der Erneuerbaren Energien notwendigen Speichern zum Durchbruch zu verhelfen, gibt es in verschiedenen Bundesländern Förderungen für Stromspeicher, die in Verbindung mit einer Photovoltaik-Anlage installiert werden. Vor kurzem erst hat Sachsen-Anhalt als bislang letztes Bundesland ein entsprechendes Förderprogramm aufgelegt. Die Fördermittel sind begrenzt, und es ändert sich immer wieder etwas. Wer aber den Preis für seinen Stromspeicher nach unten schrauben möchte, ist gut beraten, sich vorab zu informieren, welche Förderprogramme es gibt, bevor er seine Photovoltaikanlage mit Speicher bestellt. Als kleine Orientierungshilfe stellen wir die zurzeit bestehenden Förderungen und Zuschüsse hier kurz vor.

 

Diese Bundesländer fördern Hausbesitzer beim Umstieg auf die Eigenversorgung:

  • Bayern fördert die Neuinstallation eines Systems aus Photovoltaik-Anlage und Batteriespeicher in Ein- und Zweifamilienhäusern ab einer Größe von 3 Kilowattpeak (PV-Anlage) und 3 Kilowattstunden (Speicher) mit mindestens 500 Euro und weiteren 100 Euro pro zusätzlichem kWp/kWh. Hier hat sich die Landesregierung aber noch etwas ausgedacht, um die ganze Sache etwas komplizierter zu gestalten. Gefördert wird nur die nutzbare Speicherkapazität, der eine mindestens gleich hohe Leistung der Photovoltaikanlage in Kilowattpeak gegenübersteht. Für die Förderung der Stromspeicher zählt nur jede volle Kilowattstunde. Ein Beispiel: Du installierst einen Batteriespeicher mit einer nutzbaren Kapazität von 7,5 kWh (bei SENEC entspricht das ja der Nennkapazität, denn du bekommst auch, wofür du bezahlst). Dann kannst du maximal eine Förderung für 7 kWh bekommen (nur volle Kilowattstunden). Dafür muss auch die Photovoltaik-Anlage mindestens eine Leistung von 7 kWp haben. Du könntest dann einen Zuschuss von 900 Euro bekommen. Für eine zusätzlich installierte Wallbox, die aus PV-Anlage und Speicher beliefert wird, kommen noch einmal 200 Euro an Förderung dazu.

 

  • Für 2020 hat Berlin bereits eine neue Förderung für Stromspeicher angekündigt, die zusammen mit einer neuen Photovoltaik-Anlage installiert werden. In der Hauptstadt wird es 300 € pro Kilowattstunde nutzbarer Kapazität geben. Das Verhältnis der Leistung der PV-Module zur Speicherkapazität muss mindestens 1,2 betragen. Damit z.B. ein 7,5 kWh-Speicher gefördert werden kann, soll die Photovoltaikanlage mindestens eine Leistung von 9 kWp haben. Das Antragsportal der Investitionsbank Berlin (IBB) wird ab dem 1. Januar 2020 online sein.

 

 

  • In Sachsen können Hausbesitzer einen Grundbetrag von 1.000 Euro und zusätzlich 200 Euro pro Kilowattstunde Kapazität des Speichers bekommen. Hier gibt es auch eine Förderung, wenn eine bestehende Photovoltaik-Anlage mit einem Batteriespeicher nachgerüstet wird. Dann entfällt aber der Grundbetrag. Für Ladestationen für Elektroautos (Wallboxen) gibt es ebenfalls einen Zuschuss von 400 Euro pro Ladepunkt.

 

  • Neu in der Runde der Länder, die die Nutzung erneuerbarer Energien im Eigenheim bezuschussen, ist Sachsen-Anhalt. Auch dieses Bundesland fördert die Installation von Batteriespeichern, die gemeinsam mit neuen Photovoltaikanlagen in Betrieb gehen sollen. Hausbesitzer können hier einen Zuschuss von bis zu 30% der förderfähigen Ausgaben bekommen. Dazu zählen der Kaufpreis des Stromspeichers und die Installationskosten, die Kosten für die Photovoltaikanlage sind nicht förderfähig. Der Höchstförderbetrag ist 5.000 Euro. Das Verhältnis von PV-Leistung zu Speicherkapazität soll mindestens 1,2 betragen. Damit z.B. ein 7,5 kWh-Speicher gefördert werden kann, soll die PV-Anlage mindestens eine Leistung von 9 kWp haben. Wer sich darüber hinaus für eine mit dem Batteriespeicher verknüpfte Ladestation zum Beladen des Elektroautos entscheidet, kann dafür noch einen einmaligen Bonus von 1.000 Euro bekommen. Eine weitere Besonderheit: Wer einen Zuschuss möchte, muss für seinen restlichen Strombedarf einen Grünstrom-Vertrag vorlegen, zum Beispiel einen Vertrag über die SENEC.Cloud.

 

  • Erfreulich einfach gehalten ist das Förderprogramm in Rheinland-Pfalz. Hier können Hausbesitzer einen Zuschuss von 100 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität bekommen. Der Höchtsförderbetrag ist 1.000 Euro. Der Speicher muss mindestens eine Kapazität von 5 Kilowattstunden aufweisen, die neue PV-Anlage muss mindestens eine Leistung von 5 Kilowattpeak haben.

 

  • Ab dem 1. November 2019 können Hausbesitzer in Brandenburg bis zu 30% ihrer Nettoausgeban für einen Stromspeicher erstattet bekommen. Der Höchstbetrag für die Förderung beträgt 3.000 Euro. Das Besondere an diesem Programm: Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach dem Eigenverbrauchsanteil, den der Hausbesitzer durch PV-Anlage und Speicher erreicht. Um die volle Förderung zu erreichen, muss dieser Anteil bei mindestens 50% liegen. Das ist bei einer professionellen Planung und Auslegung aber kein Problem.

 

Grundprinzipien aller Programme

Die Förderprogramme unterscheiden sich bei der Förderhöhe und in einigen Details, was die Bedingungen für einen Zuschuss angeht. Einige Grundregeln sind aber immer gegeben:

 

  • Gefördert werden Stromspeicher, die gemeinsam mit einer neuen PV-Anlage installiert werden. Eine Ausnahme ist Sachsen, wo auch die Nachrüstung einer bestehenden Solaranlage mit einem Batteriespeicher gefördert wird. Dann gibt es aber weniger Geld.
  • Die Förderung gilt für alle marktüblichen Lithium-Ionen-Technologien.
  • Das Einspeisen von Solarstrom ins öffentliche Netz soll möglichst geringgehalten werden. Daher wird die Einspeisung in allen Programmen auf 50% der Nennleistung der Photovoltaik-Anlage begrenzt. Das kann in der Steuerungssoftware des Speichers entsprechend eingestellt werden, so dass Hausbesitzer diese Anforderung an netzdienliche Photovoltaik immer erfüllen. Durch Maßnahmen wie Peak Shaving und prognosebasierten Betrieb können die Besitzer von Stromspeichern das meiste rausholen und verhindern, dass ihre PV-Anlage abgeregelt wird.
  • Ganz wichtig: Ein Antrag auf Förderung muss in allen Bundesländern gestellt werden, bevor der Auftrag für die Installation der Photovoltaikanlage und des Speichers erteilt wird.

 

Wer in einem der genannten Bundesländer lebt, sollte auf jeden Fall seinen Installateur wegen der Förderung ansprechen. Weitere Informationen zu den Förderprogrammen findet ihr im Internet auf den Seiten der Landesregierungen oder Förderbanken. Die bundesweite KfW-Förderung ist ausgelaufen. Die vergünstigten Kredite der KfW für Photovoltaik gibt es nicht mehr. Das Förderprogramm von Baden-Württemberg ist ausgeschöpft. Ob auch dort Erneuerbare Energien über ein PV-Speicher-Programm in Zukunft weiter gefördert werden, wird sich zeigen.

 

Tipp: Auch einige Städte unterstützen den Kauf von Stromspeichern und die Nutzung von Photovoltaik. Wer zum Beispiel in München, Münster oder Freiburg wohnt, kann Geld von der Kommune bekommen. Köln fördert immerhin den Kauf von Solaranlagen.

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ÜBER DEN AUTHOR

Dr. Stefan Dietrich

Seit 2005 in Sachen Kommunikation für Erneuerbare Energien unterwegs und nach wie vor mit Begeisterung dabei. Bei SENEC zuständig für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, und ab und an auch fürs Bloggen. Auch privat viel online, aber eher lesend und darüber nachdenkend. Ich äußere mich ja dienstlich schon den ganzen Tag ;-)